Breiti, eigentlich Michael Breitkopf, ist der zweite Gitarrist der Band. Gleichzeitig zeichnet er sich auch für so wichtige Dinge mitverantwortlich wie die Bühnengestaltung. Dass die Hosen ihre Heimatvereine Fortuna 95 und DEG unterstützten, ist nicht zuletzt seiner Initiative zu verdanken.

Aufnahmen zu "Laune der Natur", Januar 2017

Foto Carla Meurer
Foto Paul Ripke

Breiti hat früher Fußballstadien „gesammelt“, ist wirklich überall auf der Welt zu irgendwelchen Spielen gegangen.

Selbst wenn sein Interesse an Bundesliga oder Champions League nachgelassen hat, ist die Leidenschaft für F95 nach wie vor ungebrochen. 2012 wurde er zusammen mit den anderen Hosen sogar zum Ehrenmitglied befördert, weil sie dem Klub auch in schwierigen Zeiten geholfen hatten.

Breiti, 1991

Gleichzeitig ist er das Gehirn der Band, kann sich an Konzerte und Städte erinnern, die den anderen Bandmitglieder längst entfallen sind.

Leipzig, 2008

„Das musst du Breiti fragen“ gehört zur Standardantwort der Hosen.

Gedächtnislücken vor allem aus den späten 80er und frühen 90er Jahren fallen aber doch immer wieder auf… Das Herumreisen mit der Band hat sein Leben entscheidend beeinflusst. Er spricht seit Ende der 90er Jahre fließend Spanisch und schätzt es ganz besonders, dass er durch die vielen Konzerte im Ausland so viele unterschiedliche Musikstile kennen gelernt hat, ob überall in Südamerika, Indien, Südostasien oder sonstwo. Was ihn antreibt? Wenn er mit den Hosen in Myanmar, Tadschikistan oder Caracas auftritt, zieht er nach den Shows gerne noch mit lokalen Musikern um die Häuser und lässt sich die Ecken der Stadt zeigen, die für normale Touristen normalerweise verborgen bleiben.

Breiti, 2001

Foto Donata Wenders

Und: Breiti hält den Kontakt zu Organisationen wie Pro Asyl, Oxfam und Kein Bock auf Nazis und hat mit dafür gesorgt, dass sie eine Plattform bekommen haben innerhalb des Hosen-Universums, sei es auf der Website oder auf Tournee.

Fragen an Breiti

Was war anders bei den Aufnahmen zu „Laune der Natur“ als bei Euren früheren Plattenproduktionen?

Als es losging, haben wir parallel noch mit Philipp Oehmke an der Band-Biographie gesessen. Außerdem haben wir die Live-Aufnahmen der „Willkommen in Deutschland“-Konzerte bearbeitet, die wir mit dem Orchester der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf aufgeführt hatten. Wegen der neuen Stücke sind wir anfangs immer mal wieder einige Tage zu Vincent Sorg ins Studio gefahren, wo wir auch schon die letzten beiden Alben aufgenommen haben. Es ging vor allem darum, rund um die Uhr konzentriert Lieder schreiben zu können. Zwischendurch hat jeder für sich nach Ideen gesucht und im Studio haben wir dann immer alles zusammengeschmissen.

Und dann haben wir – nach längerer Zeit – mal wieder ein bewährtes Mittel angewendet und sind im Frühjahr ins Trainingslager nach Ibiza gefahren. Dort haben wir ein paar Wochen konzentriert an den Liedern gearbeitet.

Anders war diesmal auch, dass wir noch die Bonusplatte „Learning English Lesson 2“ gemacht haben. Wir haben uns intensiv mit dieser Musik beschäftigt und hatten viele musikalische Gäste – einige kannten wir schon vorher, die meisten nicht, alles tolle Typen, die voller großartiger Geschichten steckten. Wenn sich Musiker zum ersten Mal treffen, stimmt die Chemie oft vom ersten Moment an. Da ist man einfach auf einer Wellenlänge, braucht nicht lange, um sich kennenzulernen.

„Learning English – Lesson 2“, 2016

Foto Andi

Wenn Du zurück denkst an die vergangenen Monate, was war der schönste Moment mit der Band?

Es fällt mir schwer, einen hervorzuheben. Das ging wie gesagt los mit dem Kennenlernen der Gäste auf dem „Learning English“-Album über besondere Momente im Studio, in denen ein Text zu einer Melodie dazu kam, der dem Lied plötzlich eine total passende Bedeutung gab, bis hin zur Magical-Mystery-Tour. Wir haben unterwegs schon wieder so viele interessante Menschen getroffen und so viele großartige Abende erlebt.

Es hat sich wieder einmal alles erfüllt, was wir uns von diesen Konzerten versprochen haben.

Welcher Song von der „Learning English Lesson 2“ war für Dich persönlich am wichtigsten?

Alle Lieder, die auf der Platte sind, haben eine echte Bedeutung für mich. Einige der Stücke sind in ihrem Text und ihrer Aussage absolut zeitlos, und die Originale berühren mich bis heute. Es war höchst interessant, sich endlich einmal genauer mit der Musik auseinanderzusetzen, nachdem man sich die Songs über viele Jahre angehört hat. Ein Stück wie „Flying Saucer Attack“ ist zum Beispiel echt anspruchsvoll. Da muss man einen Weg finden, das angemessen hinzukriegen. So war das auch mit „The Sound Of The Suburbs“ oder „California Über Alles“. Es war also auch ein musikalisch interessanter Prozess, gemeinsam zu schauen, wie wir die als Band spielen können.

Rock im Park, 2015

Foto Carla Meurer