Im Herbst 1998 verlor nicht nur Rekordkanzler Helmut Kohl die Bundestagswahl, auch ein anderes Ereignis erschütterte die Republik: Nach zehnjähriger Schaffenspause veröffentlichten Die Roten Rosen mit „Wir warten aufs Christkind“ ihr zweites Studioalbum. Eine Weihnachtsplatte, die ein bisschen Wärme in diese kalte Zeit bringen sollte, inklusive eigener Interpretationen klassischer Lieder und "Weihnachtsmann vom Dach".

Es wurde das bis dahin meistverkaufte deutschsprachige Weihnachtsalbum, was je veröffentlicht wurde.

Von diesem Höhepunkt ihrer Karriere ging es mit der Band leider über die folgenden Jahre immer steiler bergab. Man löste sich auf, raufte sich wieder zusammen, löste sich auf – ein ständiges Wechselspiel. Die letzte Meldung, die man von ihnen vernommen hat, stammt aus dem Dezember 2012. Im Auftrag einer schwedischen Möbelhauskette sollten Die Roten Rosen noch einmal in Brasilien eine Weihnachtstournee spielen. Ihre Spuren verloren sich dann in einem Dschungelgebiet zwischen Fortaleza und Rio de Janeiro. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gehört - und keiner hat sich je die Mühe gemacht, sie zu suchen.

Man kann sich über Die Roten Rosen streiten, wie man will, als Künstler hatten sie unbestritten Weltklasse und müssen hier in einem Atemzug mit den ganz Großen der Weihnachtsbranche genannt werden: Bing Crosby, André Rieu und Jesus Christus, um nur einige zu nennen…