Das Jahr 2004
Das Single-Cover von "Friss oder stirb"
Das Jahr 2004
Im Februar veröffentlichten die Hosen "Friss oder stirb". Die Maxi-Single war etwas für die Freunde des härteren Hosen-Sounds und bezog textlich Stellung zur aktuellen Situation in Deutschland. Und sie wartete außerdem mit einem weiteren Highlight auf: "Goodbye Garageland" war eine Hommage an Joe Strummer, den verstorbenen legendären Frontmann der englischen The Clash. Campino: "Joe Strummer war einer der wirklichen Helden, der es nicht nötig hatte, sich irgendwo anzubiedern oder an den Zeitgeist zu klammern. Es hat mir viel Spaß gemacht, dieses Stück zu schreiben, auch weil Vom endlich mal bei einem Text mitmachen konnte." Kurz nach Pfingsten ging es mal wieder auf eine kleine Osteuropa-Tour nach Sofia (Bulgarien), Belgrad (Serbien) und Zagreb (Kroatien), dann warteten die großen Festivals wie "Rock am Ring"
oder "Rock im Park" auf die Band - und schließlich wurde in Berlin mit Regisseur Philipp Stölzl der Video-Clip zur neuen Single "Ich bin die Sehnsucht in Dir" gedreht.
Das alles geschah in Begleitung eines Kamerateams, das dokumentieren sollte, wie die Hosen nach all den Jahren mit dem Rock´n´Roll-Zirkus umgehen. 16 Folgen lang brachte der Musikkanal MTV "Friss oder stirb - Die TV-Show der Toten Hosen" in die Wohnzimmer. Und die Hosen revanchierten sich und spielten einen schweißtreibenden Magical Mystery Gig bei vier Stammzuschauern in einer Studenten-WG in Pirmasens. Außerdem zeigten sie dem interessierten TV-Publikum ihre wichtigsten Stationen zwischen Düsseldorf, London und Ibiza, versuchten sich im Fallschirmspringen, Zeltaufbau und Tennisspielen und waren hinterher wieder um eine interessante Erfahrung reicher. Vor allem Voms englischer Humor, die trockenen Sprüche von Crew-Unikum Faust und das Video-Archiv von Andis Mutter bescherten kleine Sternstunden.
Im Oktober erschien endlich das neue Album "Zurück zum Glück" mit insgesamt
15 neuen Stücken. Campino: "Wir wollten uns selbst beweisen, dass wir noch ein Brett fahren können. Gleichzeitig wollten wir aber auch Grenzen sprengen und uns an Neuland rantrauen, das wir früher nicht betreten hätten. Das Ganze soll wirklich keine Grundaussage oder etwas Wegweisendes haben. Ich bin schon glücklich, wenn bei manchen Liedern gesagt wird: So wie die das beschreiben, so fühle ich mich auch, das kann ich nachvollziehen." Der Rolling Stone schrieb in seiner November-Ausgabe über das Album: "Denn mindestens seit 'Opium fürs Volk' ist den Düsseldorfern kein so rundum überzeugendes Album mehr gelungen. Und kein so hartes." Und dasselbe Fachmagazin brachte auch den besten Kommentar zur zweiten Singleauskopplung, indem es den Titel "Walkampf" als "Volkslied auf Speed" bezeichnete. Die ersten Testläufe auf der Bühne absolvierten die Hosen in Polen, bei Konzerten in Warschau, Danzig und Rzeszow.
Im Dezember spielten die Hosen den 1. Teil der großen "Friss oder stirb"-Tour. Campino formulierte vorher seine Erwartungen an die Tour: "Ich möchte da auf keinen Fall einen 'Suzy Quattro für Arme' abgeben und immer wieder nur 'Alex' und 'Bommerlunder' spielen. Ich würde mich freuen, wenn die Leute schwitzen und sagen: 'Ich habe die Hosen jetzt zwölf Mal gesehen, aber das nächste Jahr fahre ich wieder hin!'" Leider musste die Band mittendrin vier Konzerte verschieben (werden im Sommer 2005 nachgeholt), weil sich der Sänger unterwegs eine Nebenhöhlenentzündung eingefangen hatte.
Doch kurz vor dem Jahreswechsel gab es ein bewegendes Finale: Denn nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien wurde der letzte Gig in Berlin kurzerhand - in Zusammenarbeit mit dem Berliner Radiosender Fritz - zu einem Benefiz-Konzert für die Opfer der Katastrophe umgewandelt. Alle an dem Abend beteiligten Künstler und Teilnehmer verzichten auf ihre Gage, so dass am Ende eine 150.000-Euro-Spende an die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen"
zusammen kam.
(Wird fortgesetzt...)
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