All die ganzen Jahre //
Biographie


Das Jahr 1997

Manchmal ist es bitter zu erfahren wie eng Freude und Leid, Spass und Trauer beieinander liegen. In diesem Jahr wollte sich die Band ihren grössten Traum erfüllen: Einmal im Rheinstadion, dem Austragungsort so manch glorreichen Fussballspiels ihrer Lieblingself, aufzuspielen.

Die Hosen riefen und alle kamen, 60.000 Fans und tolle Supportacts wie zum Beispiel Bad Religion, Goldfinger und die Leningrad Cowboys, doch es wurde der schlimmste Alptraum der Bandgeschichte. Während ihres Auftritts starb ein junges Mädchen aus den Niederlanden im Gedränge vor der Bühne. Auf Anraten der Polizei und Feuerwehr, die bei vorzeitigem Abbruch des Konzerts ein grösseres Chaos befürchteten, mussten die Fünf ihre Show zu Ende spielen. Es war ein schrecklicher Unfall, der sich auf jedem anderen Konzert, in jeder anderen Halle, bei jeder anderen Festivität ebenso hätte ergeben können, doch der Schock sass und sitzt tief bei der Band.

Die Hosen sagten alle weiteren Gigs in diesem Jahr ab - und mussten sich darüber klarwerden, wie und ob es weitergehen konnte. In diesen Momenten bewährte sich, dass sie eine Band aus Freunden waren, die sich länger und besser kannten, als die meisten Menschen um sie herum. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Band, die Musik und das Miteinander auch nach all den Jahren das Wichtigste in ihrem Leben war.

Die Bandautobiographie "Bis zum bitteren Ende" erschien im Herbst noch einmal als Taschenbuchausgabe, erweitert um einen Epilog. Campino erklärte dazu: "Es war uns wichtig, das Buch jetzt nicht vor den Ereignissen dieses Jahres enden zu lassen, sondern es um unsere Sicht der Dinge und um einen Dank an alle, die uns in dieser Zeit unterstützt haben, zu ergänzen."