Das Jahr 1995
Eishockeyspiel gegen die Leningrad Cowboys
In diesem Jahr sollte alles etwas ruhiger werden, wurde es aber nicht.
Nach langem Hin und Her erfüllten man sich einen lange gehegten Traum
und gründete mit JKP (Jochens kleine Plattenfirma) das bandeigene
Label. Obwohl die Hosen schon immer alles, was ihre Karriere anging,
gründlich geprüft hatten, war dies der endgültige Schritt in die
Autonomie.
Während sich die Band auf ihre nächste Veröffentlichung vorbereitete,
konnte man natürlich nicht gänzlich vom Erdboden verschwinden. Daher
verlegten sich die Hosen auf etwas ungewöhnlichere Bereiche.
Einerseits beglückten sie in einer eigenen Sendung auf dem Berliner
Kanal "Radio Fritz" die Bundeshauptstadt und Ostdeutschland mit
gesammelten Weisheiten sowie Highlights aus den Plattenarchiven,
andererseits lieferten sie im Sommer mit einer Auswahl der
Düsseldorfer EG ein filmreifes Eishockeyspiel ab. Das Match verlor die
Band allerdings mit 10:11 gegen die Leningrad Cowboys, die von der
finnischen Nationalmannschaft unterstützt wurden und das trotz
wochenlangen Trainings mit dem DEG-Spieler Uli
Hiemer.

Die Hosen standen bei einem Konzert, das den Protest gegen die
Einlagerung von Castor-Behältern mit Atommüll in Gorleben
unterstützte, mit auf der Bühne. Und es erschien der Sampler "Stop
Chirac", gerichtet gegen die Atomversuche der französischen Regierung,
mit dem Hosen-Titel "Tour Pour Sauver L'Amour" (Alles nur aus Liebe).
Dazu veröffentlichte man die ersten sieben Hosen-Singles noch einmal
neu in Form der Maxi-CD-Box "Musik war ihr Hobby". Und das
Weihnachtskonzert war diesmal nur wenigen Auserwählten vergönnt: den
Inhaftierten der Düsseldorfer Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh.
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