Das Jahr 1983
Berauscht von den bescheidenen Erfolgen begann man gleich im zweiten
Jahr der Hosengeschichtsschreibung mit der Produktion des ersten
Longplayers. Zuvor nahmen die fünf verbliebenen Hosen - Gitarrist Walter war
mittlerweile zu den Zeugen Jehovas desertiert - noch die dritte Single
"Bommerlunder" auf, die ihren Ruf als "Chaostruppe mit Konzept" weiter
festigte. Zu diesem Gassenhauer entstand in Zusammenarbeit mit Kurt
Raab auch jenes berühmte Kirchenvideo, das im öffentlich-rechtlichen
Fernsehen nie gezeigt werden durfte. Das Gotteshaus musste überdies
nach den Dreharbeiten neu geweiht werden.
Die Aufnahmen zur Debütplatte "Opel Gang" gerieten zu einem
Endlosmarathon - aufgrund der desolaten Finanzlage innerhalb der Band:
"Hatten wir eine Mark gespart, ging es ins Studio, war das Geld durch,
hieß es Plakate kleben und jobben." Mit Titeln wie "Modestadt
Düsseldorf" begab man sich anschließend wieder auf Tour. Diesmal wurde
der direkte Publikumskontakt sogar in der Hauptstadt Italiens gesucht
- und in Form einer Massenprügelei auf der Bühne gefunden! Wieder
daheim spielten die Toten Hosen am Düsseldorfer Rheinufer und über
hundert, zum Teil weitangereiste Fans harrten bei Freibier und
arktischen Temperaturen nicht nur aus, sondern fuhren in derselben
Nacht noch mit den Hosen zu einem zweiten Konzert in Moers.
Zum krönenden Abschluss des Jahres bewiesen die Hosen wahren
Pioniergeist: Mit dem New Yorker Rapper Fab Five Freddy wurde die wohl
erste "Punk-meets-Rap"-Platte der Musikgeschichte eingespielt: "Hip
Hop Bommi Bop", die Fortführung des Bommerlunders mit anderen Mitteln,
war hoffnungslos der Zeit voraus - anzuhören auf unserer ersten
Maxi-Single.
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