Und dann brach die Bühne zusammen...
Die Bühne, 1 Minute nach Beginn des Konzerts.
Am 24. März trafen wir im "Museum" in der argentinischen Haupstadt Buenos Aires ein,
um dort vor ausverkauftem Haus aufzuspielen. Nur dreißig Sekunden dauerte an diesem
Abend unser Auftritt, dann krachte uns die Bühne unter den Füssen weg.
Obwohl die Halle mit 3.000 Fans seit Wochen restlos ausverkauft war und vor dem Eingang
noch ca. 1.000 Personen vergeblich versuchten, Tickets zu ergattern, war es nicht möglich
gewesen, das Konzert in eine Location mit mehr Besucherkapazität zu verlegen, da alle
größeren Auftrittsorte in der Stadt für die Auftritte von Punk-Bands gesperrt sind.
Campino beruhigt die Fans mit einem altersschwachen Megaphon.
Als wir gegen Mitternacht die Bühne betraten und mit "Opelgang" loslegten, stürmte das
Publikum derart massiv den Absperrungen entgegen, dass diese mitsamt dem Sicherheitspersonal
und der sich dahinter befindlichen Bühne drei Meter rückwärts gedrückt wurde, was zum Einsturz
der gesamten Konstruktion führte. Bühne und Equipment fielen mehrere Meter tief in ein
zersplitterndes Chaos von Holz, Metall und Stromleitungen.
Vor dem "Museum" fährt Polizei vor, vergeblich: Es gibt nichts zu tun.
Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten. Trotz des entstandenen Chaos, gelang es den
Beteiligten, eine Panik zu verhindern und die Zuschauer zu beruhigen. Wir beschlossen, das
Konzert für Samstagabend erneut anzusetzen. Direkt nach Räumung der Halle begannen die
Aufräumarbeiten und die Herstellung einer neuen Bühnenkonstruktion.
Auf dieser Bühne ist nichts mehr zu machen: Neu!
Das Konzert am Samstag Abend verlief dann ohne Zwischenfälle. Obwohl das Publikum nicht weniger
begeistert zu Werke ging als am Vortag, hielt die neue Bühnenkonstruktion den Begeisterungsstürmen
stand und das Konzert wurde für alle ein voller Erfolg und vor allem ein Riesenspaß!
Einen Bericht aus einer paraguayischen Tageszeitung findet Ihr in unserem
Pressearchiv (20.03.2000 - Die Toten Hosen haben ihren Punk-Stempel hinterlassen).
|