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28.08.2009 - Teil 66 mit Andi

Im September beantwortet Andi Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

David (15 Jahre) aus Braunau/Österreich
Wie seid ihr eigentlich auf Eure Logos gekommen? Also auf den Totenkopf mit dem Stern dahinter und dem Adler aus Knochen.

Dass wir eine Vorliebe für Totenköpfe und Sterne haben, ist nichts Neues, das war eigentlich schon immer so. Die mexikanische Darstellung des „Day of the Dead“ faszinierte uns schon in den Achtzigern. Mike Roman, ein alter Freund aus Amerika, hat damals viele Plattencover von uns gestaltet, etwa „Hier kommt Alex“, „Carnival in Rio“ oder „Azzurro“ oder das Plakat zur „Unter falscher Flagge“-Tour, alles mit Totenköpfen. Den Totenkopf, den wir aktuell verwenden, hat Chris Shaw entworfen, ein Künstler aus San Francisco. Ich habe seine Arbeiten immer schon gemocht und wir haben ihn dann einfach mal gefragt. Seine Kombination aus Stern und Totenkopf hat uns sehr gut gefallen. Deswegen verwenden wir diese Version bis heute, auch in abgewandelter Form, wie zum Beispiel bei der „Machmalauter“-Tour mit dem Kopfhörer. Der Adler stammt von unserem ehemaligen Grafiker Zamy, richtig: Johann Zambrisky. Er ist natürlich eine Anspielung auf den Bundesadler. Etwas
Staatstragendes mit Knochen darzustellen, fanden wir eine sehr konsequente Anwendung des Symbols. Über die Jahre ist der Knochenadler sicher zu einem Markenzeichen von uns geworden.

Marvin (14 Jahre) aus Neugnadenfeld:
Ich habe Euer T-Shirt mit den Niederlagen von Bayern München und darauf steht ,,Wird fortgesetzt“... Wird davon tatsächlich noch eine Fortsetzung kommen?

So wie die Bayern momentan spielen, kann man sicher mit einer Fortsetzung rechnen. Ich glaube, da kommen noch einige Niederlagen auf sie zu. Wir wollen dann aber doch noch mal eine Weile abwarten. Vielleicht haben wir ja das Glück, dass Fortuna irgendwann mal wieder in der 1. Liga spielt und wir dann hoffentlich auch ein paar Niederlagen gegen F95 auf das Shirt drucken können. Das wird aber wohl noch ein Weilchen dauern. Insofern musst Du Dich da noch etwas gedulden.

Peter (32 Jahre) aus Mainz:
Steht Ihr eigentlich noch in Kontakt zu Ronnie Biggs, mit dem Ihr „Carnival in Rio (Punk was“ aufgenommen habt, und wisst mehr über seine Haftentlassung?

Natürlich haben wir mitbekommen, dass er begnadigt wurde, und mit Freude in der Zeitung gesehen, dass er nach seiner Freilassung das Fortuna-Trikot trug. Wir stehen natürlich nach wie vor in Kontakt, auch über seinen Sohn Michael. Breiti hat ihn letztens erst in England besucht, als er noch im Gefängnis saß. Das Ganze ist eine Farce. Dass ein Mann, der so krank ist wie Ronnie Biggs, im Hochsicherheitstrakt sitzen musste, ist einfach nicht in Ordnung. Vor zwei Monaten wurde die Begnadigung noch abgelehnt. Jetzt, als es so aussah, als würde er bald sterben, wurde er dann doch noch begnadigt. Die Freilassung freut uns natürlich, die Begleitumstände werfen aber kein gutes Licht auf die englische Justiz. Es war blamabel, was sie sich da geleistet haben. Nichtsdestotrotz sind wir froh, dass er wieder ein freier Mann ist und es ihm anscheinend auch wieder etwas besser geht. Wir hoffen, dass er seine Freiheit noch sehr lange genießen kann und werden auch versuchen, ihn in de n nächsten Wochen zu treffen.

Uwe (39 Jahre) aus Kiel:
Könnt ihr euch noch an Eure wahnsinnige Tour nach Russland in den Achtzigern erinnern? Was macht Euer Tourfahrer jetzt?

Das war damals nicht in Russland selbst, sondern in der ehemaligen Sowjetunion. Das Konzert hat in Vilnius stattgefunden, was bekanntlich zu Litauen gehört. Wir sind damals nicht mit dem PKW hingefahren, sondern mit dem Zug. Es gab also auch keinen Tourfahrer. Die Reise war sehr abenteuerlich. Nachdem wir in Berlin gestartet waren, musste nachts der ganze Zug von den alten auf neue Räder gehoben werden, weil das Spurensystem in der Sowjetrepublik ein anderes Maß hatte als im restlichen Europa. Es hat ewig gedauert, bis wir am Ziel waren. In dem Zug gab es in jedem Abteil einen Schlafwagen, außerdem klassische russische Samoware, wo man sich Tee holen konnte. Faust hatte ein paar Mitreisende in seinem Abteil, mit denen er nicht so gut klar kam. Er hat dann in ohrenbetäubender Lautstärke Punk-Rock gehört. Mit Erfolg. Danach war das Abteil für ihn alleine reserviert. Alle Reisen hinter den Eisernen Vorhang waren immer große Abenteuer. Man wusste vorher nie, was einen vo r Ort erwartete. Und so war es auch in Vilnius. Für die damalige Zeit war es für uns ein riesengroßes Konzert, mit sehr enthusiastischen Fans. Wir wussten nicht, woher sie uns kannten, wir waren halt eine Band aus dem Westen. Das Interesse war jedenfalls sehr groß. Und für uns war das Gastspiel etwas ganz Besonderes.

Richard (15 Jahre) aus Köln:
Wieso hört sich die Studioversion von „Strom“ total anders an als live?

Man klingt live nun einmal etwas anders als im Studio, das liegt in der Natur der Sache. Wir sind live tendenziell ein Stück schneller, weil der Adrenalinspiegel höher ist, wenn man vor so vielen Leuten steht. Da gibt man automatisch mehr Gas. Die Grundstruktur des Liedes sollte aber schon noch erkennbar sein. Ich habe mir einige Liveaufnahmen von der aktuellen Tour angehört, und das scheint funktioniert zu haben. Liveversionen sind nun einmal anders als die Originale von der Platte. Deshalb gehe ich ja auch selbst zu Konzerten und höre mir die Bands live an. Wenn es dort genauso klingen würde wie auf Platte, wäre es sterbenslangweilig. Wir haben an „Strom“ also nichts geändert, spielen das Lied genauso wie im Studio, nur eben etwas schneller.