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27.05.2009 - Teil 63 mit Kuddel

Im Juni beantwortet Kuddel Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Tido (19 Jahre) aus Emden:
Warum spielt Ihr live die meisten Lieder einen Halbton tiefer und nicht im Standarttuning wie bei den Studioaufnahmen?

Wir haben das einfach mal ausprobiert und festgestellt, dass der Gesamtsound dadurch etwas "fetter" wird. Eigentlich ist das ein kaum feststellbarer Unterschied, wenn man alles einen Halbton tiefer spielt, aber es bringt soundlich durchaus eine Verbesserung. Erstmals ausprobiert haben wir das 2005 beim "Unplugged"-Auftritt in Wien und beim "Heimspiel" in Düsseldorf. Es gibt auch ein paar andere Bands, die das bei Konzerten so machen, zum Beispiel die Beatsteaks. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass man die Stimme dadurch erheblich schont. Während des Konzerts fällt dieser Kunstgriff mit Sicherheit niemandem auf und für den Sound und unsere Stimmen ist es einfach nur vorteilhaft.

David (27 Jahre) aus Bonn:
Wie kamt Ihr darauf, auf Eurer CD "La Hermandad - En El Principio Fue ElRuido" das Lied "Viva La Muerte" von Slime zu covern?

Wir haben das Stück eigentlich für einen Slime-Tribute-Sampler aufgenommen. Als wir uns im Proberaum noch einmal ein paar alte Slime-Platten angehört haben, war sofort klar, dass es dieser Song sein musste, weil es einfach ei brillianter Text ist. Wir hatten in den 80er-Jahren nicht so viele Berührungspunkte mit Slime, aber man muss sagen, dass die Hamburger musikalisch ihrer Zeit weit voraus waren, zumindest was das Deutsch-Punk-Genre angeht. Das war schon sehr ordentlich für die Zeit! Wir haben den Song also aufgenommen und als wir die argentinische Version von "In aller Stille" zusammengestellt haben, war er unserer Meinung nach die perfekte Ergänzung, nicht nur wegen des spanischen Titels.

Lucian (16 Jahre) aus Trimbach/Schweiz:
Eine Frage zur argentinischen Version von "In aller Stille": Wo genau liegt der Unterschied zwischen den Remixen und den Originalen. Ich höre keinen großen, aber die neuen Lieder finde ich toll.

Wir haben die Auswahl der Stücke in ihrer Originalfassung getroffen und uns dann die komplette Platte noch einmal angehört. Dabei fiel uns auf, dass sich das neu entstandene Album nicht wie aus einem Guss anhörte. Das lag natürlich daran, dass sich zwei verschiedene Produzenten (Jon Caffery bei "Zurück zum Glück", Vincent Sorg bei "In aller Stille") nicht gleich anhören können. Weil uns das ein bisschen gestört hat, haben wir Vince gebeten, die Stücke von "Zurück zum Glück" noch einmal zu mischen. Er sollte aber keine neuen Versionen davon machen, sondern nur die Stücke "soundlich bearbeiten". Wenn du die alten Mixe mit den neuen direkt vergleichst, hört man schon einen Unterschied, wenn auch mehr einen dynamischen als einen kompositorischen.

Yannic (13 Jahre) aus Kiel:
Kuddel, kannst Du nicht auch mal einen Song singen?

Bis auf "Still, still, still" und den Anfang der ursprünglichen Version von "Bommerlunder" habe ich tatsächlich noch kein Stück selbst gesungen. Wenn ich es einmal machen sollte, müsste es ein neues sein oder eine weitere Coverversion. Da ich selber leider überhaupt nicht texten kann und wir bis jetzt noch kein Stück gefunden haben, welches ich singen könnte, hat sich das noch nicht ergeben. Es wäre schon ein bisschen komisch, jetzt auf Bühne zum Beispiel "Paradies" zu singen. Da müsste schon etwas Neues her! Bei den Proben zur Tour haben wir tatsächlich überlegt, mal so etwas in der Richtung zu machen. Ich fände es auch lustig, wenn Breiti eine Johnny-Cash-Nummer singen würde. Aber wie gesagt: Es hat sich noch nicht ergeben.

Joe (15 Jahre) aus St. Leon:
Nervt es Euch nicht, Eure alten Lieder (wie "Hier kommt Alex"), die Ihr schon ewig spielt, immer und immer wieder zu spielen?

Nein, überhaupt nicht. Ich persönlich freue mich immer wieder auf die Stelle im Set, wenn "Alex" kommt. Es ist nach wie vor immer noch ein Highlight und stimmungsmäßig eines der Stücke, das am meisten bei den Leuten auslöst. Aber es gibt natürlich Lieder, die uns nach all den Jahren live nicht mehr so gefallen haben - und die haben wir auch vorerst aussortiert. Das ist dann aber nie eine endgültige Entscheidung. Manchmal packen wie sie einfach irgendwann wieder ins Set und schauen, ob sie uns wieder Spaß machen. Auf der aktuellen Tour spielen wir zum Beispiel ein Medley aus alten Stücken, unter anderem "Schwarzwaldklinik", was im Publikum echt abgeht. Ganz klar: Ein Stück, das uns alle langweilt oder nervt, fliegt raus.

Tobias (16 Jahre) aus Solingen:
Kuddel, hattest du eigentlich schon mal Probleme mit deiner Stimme? Ich meine, wenn Du singst, dann klingt das doch etwas rau. (Soll jetzt keine Beleidigung sein, he, he.) Da denke ich oft: "Mensch, wenn der Campi schon mal etwas mit den Stimmbändern hatte, was ist dann mit Kuddel?"

Schön, dass das auch mal jemandem auffällt, was für einen gnadenlosen Knochenjob ich da eigentlich mache (lacht). Mit Singen hat das bei mir ja eigentlich nicht wirklich was zu tun. Es ist schon so, dass früher - nach drei Konzerten nacheinander - die Stimme sehr schnell heiser wurde. Und dann war es manchmal ein ziemlicher Kampf, ein ganzes Set durch zu "singen". Das Anstrengendste bei einem Konzert ist für mich das Singen, aber in den letzten Jahren wärmen Campi und ich die Stimme vor jedem Konzert intensiv auf. Neuerdings singen wir uns auch danach noch aus, das hilft enorm. Es ist ähnlich wie bei Fußballern, die sich auch nach jedem Spiel auslaufen. Klar, dass man Heiserkeit damit nicht ausschließen kann, aber man kann sie weit hinauszögern.