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16.12.2008 - Teil 58 mit Kuddel

Im Dezmeber beantwortet Kuddel Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Carry (17 Jahre) aus Treuen:
Die Tour hat begonnen - was macht Ihr an den restlichen Tagen, an denen Ihr mal nicht auf der Bühne steht?

Wenn zwischen zwei Auftritten genug Zeit ist, fahre ich nach Hause zu meiner Familie. Man erholt sich, schont die Stimme - es passiert also nicht allzu viel. Die Stimme wird während der Tour stark strapaziert, besonders wenn wir auch mal drei Konzerte hintereinander spielen. Wir schreien ja eigentlich auch mehr, als dass wir wirklich singen; das ist auf Dauer sehr anstrengend. Ich versuche es mit aller Macht zu vermeiden, dass die Stimme zu heiser wird, um beim nächsten Gig wieder vernünftig singen zu können. Das ist das Anstregendste auf Tour. Prinzipiell gilt: wenig reden - und Aussingen nach der Show. Wir machen neuerdings sogar am Tag nach dem Konzert kleine Übungen, die den Stimmenmuskel entspannen und dehnen. Wenn andere Leute dabei sind, wundern sie sich immer, was für bescheuerte Geräusche wir von uns geben. Es hört sich tatsächlich nicht sehr schön an, dafür ist es aber sehr hilfreich.

Katja (12 Jahre) aus Lauf:
Wie viele Tattoos hat Kuddel?

Ich habe mal versucht, alle zu zählen - und bin auf zwölf gekommen. Da sind aber auch viele frühe Tattoos dabei oder ein kleines auf der Wade und teilweise verschmelzen die Motive auch schon miteinander. Mein rechter Oberarm ist mittlerweile nur noch ein Tattoo, das waren früher mal drei. Für die meisten ist unser alter Freund Bernie Luther aus Wien verantwortlich: für das große Rückentattoo, meinen rechten Arm, meinen linken Oberarm und die linke Brust. Zwei andere Tattoos hat Mike Ledger aus England gemacht: das rechte Brusttattoo und ein Stück von meinem rechten Arm. Ebenfalls verewigt hat sich Mariano von "American Tattoos" in Buenos Aires. Als wir jetzt auf der "Machmalauter"-Tour in Wien gespielt haben, bin ich extra zwei Tage früher angereist und habe wieder bei Bernie vorbei geschaut. Diesmal hat er mir einen Schriftzug auf den linken Unterarm gemacht, eine Zeile aus unserem Lied "Strom": "Am Anfang war der Lärm." Es sind mittlerweile also ein paar zusammen gekommen; aber es ist immer noch Platz für mehr (lacht). Trotzdem ein Tipp für alle, die noch kein Tattoo haben und sich demnächst eins stechen lassen wollen: Lasst Euch Zeit mit dem Motiv, trefft keine spontanen Entscheidungen! Überlegt Euch unbedingt vorher, ob das Motiv in 50 Jahren noch Gültigkeit hat! Und: Geht nicht einfach zum nächstbesten Tätowierer, sondern sucht Euch einen echten Fachmann!

Michael (17 Jahre) aus Lichtenfels:
Wie viel trinkt Ihr eigentlich während eines Konzerts?

Ich trinke verhältnismäßig wenig - während des ersten Sets ein paar Schlücke Wasser und vielleicht eine Tasse Tee. Man schwitzt auf der Bühne natürlich schon sehr viel. Ich verlege das Trinken aber immer auf die Zeit vor und nach der Show. Wenn man während des Konzerts zu viel trinkt, kriegt man einen komischen Blubberbauch, kann sich kaum noch bewegen und muss ständig rülpsen (lacht). Der Tee zwischendurch ist natürlich auch wieder gut für die Stimme. Campino und ich schwören auf der Bühne auf eine spezielle Ingwer-Zitronen-Honig-Mischung. Sonst gibt´s nur Wasser ohne Kohlensäure oder auch mal ein Elektrolytgetränk. Bier trinkt eigentlich keiner. Nur Vom pfeift sich bei "Nur zu Besuch", wenn er am Schlagzeug ausnahmsweise mal nichts zu tun hat, ein Guinness rein, glaube ich. Es geht zwischen zwei Stücken grundsätzlich nur darum, schnell den Durst zu löschen.

Dominik (22 Jahre) aus Innsbruck/Österreich:
Frage 1: Warum spielt Ihr bis jetzt "Das Wort zum Sonntag" nicht auf den Konzerten der aktuellen Tour? Das Lied gehört doch dazu!?
Frage 2: Warum sind "Bommerlunder" und "Jägermeister" immer noch im Set? Gerade Jägermeister wollen die meisten nicht mehr hören!

"Wort zum Sonntag" spielen wir noch, nur halt nicht bei jeder Show. Bei den ersten Konzerten der "Machmalauter"-Tour, zwischen Mannheim und Dortmund, haben wir es insgesamt dreimal im Programm gehabt. Es ist also keinesfalls raus aus unserem Live-Set, sondern wird sporadisch immer wieder eingebaut. Dass viele "Bommerlunder" und "Jägermeister" nicht mehr hören wollen, entspricht auch nicht meinem Eindruck. Die beiden Stücke gehören nach wie vor zu den Highlights jeder Show. "Jägermeister" ist immer noch eine absolute Säule des Abends. Gerade bei diesen Stücken geht es in jeder Halle richtig ab! Das liegt auch daran, dass wir "Bommerlunder" neuerdings anders spielen. Wir fangen jetzt immer mit der Jazz-Version von der "Unplugged"-Platte an, bei der Campino sogar noch Trompete spielt, und wechseln nachher zu der alten, schnelleren über. Es ist halt so: Man kann es bei Live-Konzerten nicht jedem recht machen. Wir haben mittlerweile so viele Stücke zur Auswahl, müssen zusätzlich die neuen Songs einbauen. Nach dem Konzert fehlt dann immer irgendwem irgendein Stück. Die neuen Lieder werden bisher auch sehr gut aufgenommen. Mein erster Eindruck ist, dass "Strom", "Disco" und "Alles was war" für die meiste Bewegung sorgen. "Tauschen gegen Dich", das wir im Unplugged-Set untergebracht haben, funktioniert auch sehr gut. Und "Ertrinken" ist halt etwas langsamer und damit natürlich kein Pogo-Stück.

Marco (23 Jahre) aus Nürnberg:
Warum hat es das Lied "Urlaubsgrüße" nicht auf die Platte geschafft? Auf dem Album wäre ja noch genug Platz gewesen...

Bei diesem Stück haben wir uns wirklich schwer getan. Wenn´s nach mir gegangen wäre, hätte ich "Urlaubsgrüße" auf die Platte genommen. Dadurch, dass es dort fehlt, ist die "Strom"-Single aber umso stärker; von den B-Seiten her vielleicht eine unserer Besten. "Urlaubsgrüße" hätte den Gesamteindruck des Albums womöglich verändert, alles etwas seichter gewirkt, obwohl der Text knochenhart ist. Es ist tatsächlich das Stück, bei dem wir alle am längsten gehadert haben, ob es dazu gehört oder nicht. Schließlich haben wir uns für die Single entschieden, auch weil uns gute B-Seiten immer sehr wichtig sind. Weil wir oft gefragt werden: Frank, die Person in dem Text, ist übrigens kein Bekannter, sondern fiktiv.