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23.10.2008 - Teil 56 mit Andi

Im Oktober beantwortet Andi Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Andrea (32 Jahre) aus Wetzikon (Schweiz):
Schreibt ihr eure Texte immer selber oder habt ihr auch schon fremde Texte genommen?

Wir haben mit Campino zum Glück jemanden in der Band, der das sehr gut kann und oft sehr genau den Nerv trifft, was einen guten Text ausmacht. Wenn man einen Text mit jemandem zusammen schreiben kann, ist das ein ganz besonderer Glücksfall. Campino hat das zusammen mit Funny van Dannen ein paar Mal sehr gut hinbekommen, zum Beispiel bei „Bayern“ oder „Popmusik“. Dass er eine zweite Person dazu nimmt, ist aber die große Ausnahme. Im Normalfall schreibt Campino alle Texte alleine. Und dass wir fremde Texte vertonen, kommt eigentlich überhaupt nicht vor.

Timo (27 Jahre) aus Duisburg:
Lohnt es sich überhaupt noch, Videoclips zu drehen? MTV und VIVA zeigen ja nicht mehr so viele Videos, sondern immer mehr irgendwelche Shows, die kein Mensch braucht.

Die Geschichte hat sich in den letzten Jahren ganz einfach verlagert: vom Musikfernsehen ins Internet. Meiner Meinung nach sind Videoclips heute wichtiger denn je. Ich jedenfalls schaue mir sehr regelmäßig Videos an und kann das jetzt jederzeit tun – auf der Homepage der jeweiligen Band oder bei YouTube. Man kann sich das Video sofort anschauen, braucht nicht mehr zu warten, bis es irgendwann auf einem Musiksender gespielt wird. Deshalb werden die Videos heute auch von viel mehr Menschen gesehen als früher. Für uns ist jeder Videodreh eine kleines Auswärtsspiel, weil man dabei vom Regisseur abhängig ist. Speziell mit dem aktuellen „Strom“-Video, das Philipp Stölzl gedreht hat, sind wir aber sehr zufrieden.

Dorothea (39 Jahre) aus Oberbillig:
Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie wird momentan heiß diskutiert und die Front der Atomkraft-Kritiker bröckelt ganz gewaltig. Wie ist eure Meinung dazu? Wird dieses Thema eurer Meinung nach wahlkampfbestimmend sein?

Ich halte es für falsch, weiter an der Kernenergie festzuhalten; sie ist in den letzten Jahren kein Stück sicherer geworden. Wir haben alle 1986 das Reaktorunglück von Tschernobyl erlebt. Es handelt sich um eine Technik, die in letzter Konsequenz nicht sicher zu handhaben ist, auch wenn das weiterhin behauptet wird. Es gibt andauernd Zwischenfälle, die das Gegenteil beweisen. Bei der Debatte wird immer verschwiegen, dass Uran ein genauso knapper Rohstoff ist wie zum Beispiel Öl. Kernenergie kann also auf lange Sicht eh nicht die Lösung sein. Ich würde mir ein komplettes Umdenken wünschen: Weg von allen herkömmlichen Kraftwerken, hin zu alternativen Energien. Langfristig ist das ein entscheidender Faktor für die ganze Erde. Umso dramatischer finde ich es aber, wie zögerlich gehandelt wird. Es heißt heutzutage ja immer, alternative Energien würden nicht funktionieren. Ich behaupte: Wenn eine plötzliche Notwendigkeit da wäre, würde auch ein Weg gefunden. Die Einführung des Katalysators war auch nicht der Untergang der Automobilindustrie, den viele Lobbyisten prophezeit hatten. Es ist bei solchen Themen einfach immer zu viel Lobbyarbeit im Spiel. Zu viele Politiker sind mit großen Energiekonzernen verbunden. Diese Konzerne haben natürlich überhaupt keine Lust auf alternative Energie, weil sie sehr viel Geld mit der alten verdienen. Man wundert sich schon: Wenn es den Banken schlecht geht, wird plötzlich gehandelt und es stehen Milliarden zur Verfügung. Wenn es um die Rettung der Erde geht, wird um ein paar Millionen gefeilscht und es passiert eigentlich gar nichts.

Rainer (28 Jahre) aus Koblenz:
Wie wird das Lied "Bayern" bei Konzerten in München aufgenommen?

Es ist immer ein großer Spaß, dieses Lied gerade in München zu spielen. Wir kriegen dort immer geteilte Reaktionen, weil natürlich nicht nur Bayern-Fans da sind, sondern zum Beispiel auch welche von 1860, dem 1. FC Nürnberg oder anderswo her. Meistens buht eine Hälfte der Halle und die andere Hälfte jubelt euphorisch. So eine Stimmung lieben wir dann natürlich! Man darf das Ganze aber auch nicht zu ernst nehmen. Wir finden es auch völlig in Ordnung, wenn sich ein Bayern-Trikotträger bei dem Lied mit dem Rücken zur Bühne stellt.

Ralf (36 Jahre) aus Münster:
Eure Fans werden immer jünger. Ist es für Euch ein Problem, es allen recht zu machen? Könnt Ihr nicht einmal ein Konzert nur für ältere Fans spielen (Ü30)?

Das würde ich auf keinen Fall machen wollen! Ich war in meinem Leben auch noch nie auf einer Ü30-Party. Ich glaube außerdem gar nicht, dass unsere Fans immer jünger werden. Es kommen sicherlich jüngere hinzu, aber dadurch mischt sich das Publikum einfach etwas mehr. Gerade bei Konzerten finde ich diese Mischung richtig gut, weil die jüngeren Fans meist etwas mehr Gas geben, während sich manche aus der Ü30-Fraktion doch eher zum Bierstand bewegen. Wir freuen uns natürlich, wenn auch Jüngere etwas mit unserer Musik anfangen können, aber wir werden sicherlich nicht hingehen und gezielt Stücke „nur für Jüngere“ oder „nur für Ältere“ schreiben. Wir machen einfach weiterhin das, was für uns im Moment gut funktioniert.