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30.01.2007 - Teil 47 mit Kuddel

Im Januar beantwortet Kuddel Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Meik (26 Jahre) aus Bochum:
Warum veröffentlicht Ihr nicht mal eine richtig geile Doppel-Live-CD?

Eigentlich eine sehr gute Idee! Bis jetzt haben wir das nicht gemacht, weil wir bei den bisherigen Live-Alben wirklich nur die am besten Stücke verwendet haben, die wir auf verschiedenen Konzerten aufgenommen hatten. Die Songs, die nicht ganz unseren Erwartungen entsprachen, haben wir dann auch nicht auf die Platte getan. Bei der "Machmalauter"-Tour könnte es jetzt natürlich sein, dass wir wieder ein paar Shows aufnehmen. Und, wer weiß, vielleicht kommt dabei ja ein Doppel-Live-Album zustande. Geplant ist so etwas aber bisher noch nicht.

Robin (18 Jahre) aus Thalheim:
Im Interview bei "TV Total" fragte Stefan Raab Campino nach einem Instrumenten-Battle zwischen ihm und Kuddel. Wieso ist daraus nie etwas geworden? Gibt es noch Hoffnung?

Hiermit möchte ich mich noch einmal ganz, ganz herzlich bei Campi bedanken, dass er mich in die blöde Situation gebracht hat (lacht). Bei unserem nächsten Erscheinen bei "TV Total" werde ich mich jetzt vielleicht wirklich diesem Duell stellen müssen. Ich hoffe allerdings, dass Stefan Raab es bis dahin wieder vergessen hat. Gegen ihn hätte ich wohl kaum eine Schnitte. Das Vertrauen von Campi ehrt mich zwar, aber Stefan Raab ist einfach ein begnadeter Musiker. Ich bekäme aus einer Tuba oder einem Didgeridoo vielleicht einen Ton heraus, aber eine Melodie würde mir dann doch schwer fallen. Saiteninstrumente beherrsche ich natürlich schneller als Blasinstrumente, ausgenommen Geige und Cello. Doch um bei Ukulele oder Banjo mit Stefan mithalten zu können, müsste ich vorher monatelang üben und darauf hätte ich, glaube ich, keinen Bock. Meine einzige Chance wäre wohl, wenn ich die Jury auswählen könnte.

Martina (21 Jahre) aus Ebbs (Österreich):
DTH-Coverbands - Beleidigung oder eher eine Ehre?

Es kommt immer auf die Coverband an. Das Konzert mit der argentinischen "Opelgang" 2003 in Buenos Aires hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben damals sogar noch ein paar Stücke mit den Jungs zusammengespielt. Grundsätzlich halte ich es eher für eine Ehre, wenn sich ein paar Musiker zusammentun, nur um unsere Stücke zu spielen. Dann hat man offenbar doch ein paar Stücke geschrieben, die es wert sind, gecovert zu werden (lacht). Die Coverband, die mich zuletzt beeindruckt hat, hatte allerdings nichts mit uns zu tun.
Die spielten im Vorprogramm von Bloc Party, hießen Renegades of Funk und coverten Songs von Rage Against The Machine. Der Gitarrist von denen war besser als Tom Morello, der Originalgitarrist von RATM und Audioslave. Woran ich mich auch noch gerne erinnere: Auf der "Auswärtsspiel"-Tour war Fischi in unserer Crew, der in einer AC/DC-Coverband spielt. Er und die Roadies haben dann bei einigen Konzerten zwei Zugaben von AC/DC gebracht, was allen sehr viel Spaß gemacht hat.

Cedric (14 Jahre) aus Witzhelden:
Könntet ihr euch vorstellen, ein Lied mit Green Day aufzunehmen?

Das wäre wiederum eine große Ehre für uns! Wir hatten sie ja damals in Deutschland mit auf Tour, als sie gerade groß wurden. Als wir danach n den USA unterwegs waren, haben Green Day im Backstage-Bereich immer einen kleinen Proberaum aufgebaut. Da blieb es nicht aus, dass wir vor den Konzerten ab und zu zusammen ein wenig Krach gemacht haben. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir uns irgendwo wieder treffen. Als wir uns 2005 beim "Live Aid"-Konzert in Berlin über den Weg liefen, gab es ein großes Hallo.
Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja mal was. Als Green Day das letzte Mal bei "Rock am Ring" gespielt haben, hat es mein Sohn Tim übrigens fast bis auf die Bühne geschafft. Die suchen immer Leute, die mal schnell für ein Stück die Gitarre übernehmen. Wenn die Fans es ordentlich machen, dürfen sie die Gitarre mit nach Hause nehmen. Tim stand schon fast auf der Bühne, ist aber an der Security gescheitert.

Maik (35 Jahre) aus Helmstedt:
Wie viele Tage, Wochen oder Monate braucht Ihr, um für eine Tour auch körperlich fit zu sein?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich brauche circa drei Monate, weil ich leider weniger Sport treibe als die anderen. In der Zeit laufe ich dann aber sehr viel und gehe ein bisschen in den Kraftraum. Schweinebraten wird durch Obst und Gemüse ersetzt und Schokolade wird gestrichen. Na ja, nicht ganz... In den ersten Jahren hat man sich eher mit Bier fit gehalten. Das hat auch für eine gewisse Zeit geklappt. Heute wollen wir gut vorbereitet auf Tour gehen, jedes Konzert auf dem gleichen Level spielen können. Campi hat das Training auch schon wieder aufgenommen und ist wie immer beim Sport etwas konsequenter als ich.

Boris (27 Jahre) aus Berlin:
Wieso seid ihr nach 25 Jahren Punk-Rock noch am Leben?

Ein bisschen liegt es wohl daran, dass es bei manchem von uns mal einen Zeitpunkt gab, an dem man den eigenen Lebensstil überdenken musste. Wir haben alle irgendwann eingesehen, dass das Leben keine ständige Party ist.
Man kann nicht immer machen, was man will, ohne die Konsequenzen zu spüren.
Das klingt jetzt hoffentlich nicht zu Oberlehrer-mäßig, aber eine Zeit lang haben wir, insbesondere ich, es schon etwas übertrieben. Ich glaube, wenn es bei mir nicht "Klick" gemacht und ich nicht mit Alkohol und Drogen aufgehört hätte, stünde ich heute ohne Band da. Punk-Rock hatte für mich eigentlich nichts Destruktives, sondern etwas Positives, was die Lebenseinstellung angeht. Nur bei mir hat sich das halt irgendwann in die falsche Richtung entwickelt. Ich kenne aber auch genug Punks, die nie ein Problem mit Alkohol oder Drogen hatten. Meiner Meinung nach leben HipHopper viel gefährlicher, wenn die im Hochsommer bei 40 Grad im Wintermantel mit Fellkragen durch die Straßen laufen und einen Sonnenstich riskieren (lacht).

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