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14.12.2007 - Teil 46 mit Andi

Im Dezember beantwortet Andi Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Marco (24 Jahre) aus Sankt Augustin:
Warum noch mal die alten Platten im neuen Format? Ich finde, alt klingt irgendwie originaler und bringt den Zeitgeist rüber. Was ist mit den Fans (wie ich), die alle alten Platten besitzen, aber trotzdem die angekündigten Bonustracks ihr Eigen nennen wollen, ohne alle Platten noch einmal neu kaufen zu müssen? Gibt´s dafür eine Lösung?

Die Platten sind ja nicht neu abgemischt worden, sondern „nur“ remastert, befinden sich also jetzt auf dem neuesten Stand der Technik. Wir waren zum Beispiel immer sehr unglücklich mit dem Sound der ersten Roten-Rosen-Platte aus dem Jahr 1987, weil damals beim Überspielen nicht alles richtig gemacht worden ist. Die Platte klang eigentlich nie so, wie wir sie im Presswerk abgeliefert hatten. Und das konnten wir jetzt endlich korrigieren. Überhaupt konnten wir viele der älteren Platten mit einem besseren Sound versehen. Ich selbst bin einfach auch ein Fan solcher Neuveröffentlichungen. Ich habe mir auch die remasterten und mit Bonustracks versehenen Ramones-CDs geholt und habe jetzt noch mehr Spaß beim Anhören. Die Songs klingen einfach besser – ohne das Originale zu verlieren. Ich kann das aber gut verstehen, wenn jemand sagt: „Ich habe die Platte schon. Wegen der Bonustracks will ich die nicht noch mal kaufen.“ Die einzige Möglichkeit besteht dann in unserem Fall darin, dass man diese Songs auch herunterladen kann. Ich persönlich halte allerdings lieber eine Platte in der Hand.

Melanie (14 Jahre) aus Lautenthal:
Wie haben eure Eltern auf eure "Verwandlung" reagiert?

Das war bei mir sehr unterschiedlich. Meine Mutter hat immer das Gute in ihren Kindern gesehen und war von Anfang an bei all unseren Konzerten. Bei meinem Vater war das ganz anders. Der konnte mit Punk gar nichts anfangen und sah mich schon in den Abgrund driften. Die Situation eskalierte irgendwann dermaßen, dass ich zu Hause rausgeflogen bin, mit 16 Jahren. Ich hatte mir daheim zusammen mit Campino die Haare gefärbt, gar nicht mal besonders wild, sondern einfach nur schwarz. Das reichte meinem Vater aber, als der an dem Tag nach Hause kam. Er bekam einen unglaublichen Brüllanfall und als Campino sein Lachen nicht unterdrücken konnte, erhielt der sofort Hausverbot. Ich bin dann für ein paar Wochen ausgezogen und erst wiedergekommen, als mich meine Mutter zurückgeholt hat. Es hat dann sehr lange gedauert, bis ich wieder mit meinem Vater geredet habe. Ein klassischer Generationenkonflikt. Ein Konzert von uns hat mein Vater erst besucht, als wir schon sechs Jahre existierten. Am Ende hat aber auch er kapiert, warum wir diesen Weg gegangen sind. Und ich habe verstanden, woher seine Ängste rührten.

Andreas (11 Jahre) aus Oberkotzau:
Was war die schlimmste Werbekampagne, für die ihr eine Anfrage bekommen habt?

Da gab es in all den Jahren zahlreiche Anfragen. Wir mussten also sehr viele Absagen schreiben. Einmal erreichte uns eine Offerte der SPD, ob wir für den Bundestagswahlkampf 1990 das Wahlkampflied schreiben wollten. Die haben uns dafür nicht weniger als eine Millionen Mark geboten. Man muss sich das mal vorstellen! Die Summe wäre aus Parteigeldern und Wahlkampfhilfe finanziert worden. Wir waren geschockt! Wenn man bei so etwas mitmacht, macht man das ja aus Überzeugung. Wir haben aber natürlich dankend abgelehnt. Wir haben uns mit den Hosen generell immer herausgehalten, was Parteien angeht – und für die SPD hätten wir das schon mal gar nicht gemacht. Worum es denen ging, war uns natürlich klar. Die wollten über uns die Jugend erreichen. Aber nicht mit uns!

Daniel (15 Jahre) aus Oberlengenhardt:
Könnt ihr euch vorstellen, dass eure Kinder die Band irgendwann einmal weiterführen, wenn ihr es nicht mehr könnt?

Das ist tatsächlich eine unserer Lieblingsphantasien. Die Vorstellung, dass unsere Kinder eine Band hätten, fänden wir schon total lustig. Natürlich würden sie nicht einfach unsere Lieder spielen, sondern ihren eigenen Sound machen. Ein paar Talente haben wir ja schon zusammen, allerdings ist das Line-Up noch nicht komplett. Kuddels Timmi hat, wie man bei „Rock am Ring“ sehen konnte, das Gitarrespielen definitiv vom Vater geerbt. Jez, der Sohn von Vom, ist auch ein guter Schlagzeuger. Wer jedoch Sänger wird, bleibt abzuwarten. Wir können zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, ob das Campis Sohn hinbekommt. Und ich müsste überhaupt erstmal ein Kind haben, um meine Position in der Band besetzen zu können… Wenn die Jungs dann bei uns im Vorprogramm auftreten würden, wäre das großartig. Oder wir bei denen (lacht).

Alex (17 Jahre) aus Schwelm:
Was ist das für ein Gefühl, wenn die Bühne unter einem zusammenbricht (von den Schmerzen mal abgesehen)?

Der Bühnenkollaps in Buenos Aires von der DVD "En Misión Del Señor: Die Toten Hosen in Argentinen"

Das ist uns zum Glück erst einmal passiert, im Jahr 2000 im „Museum“ in Buenos Aires. Ein sehr komischer Moment, weil man zuerst gar nicht kapierte, was überhaupt los war. Der Fehler, den die Organisatoren machten, war, dass sie die Gitter mit der Bühne verbunden hatten. Als es dann mit dem Konzert losging, haben die argentinischen Fans wie gewohnt Vollgas gegeben und die gesamte Bühne – inklusive der Anlage darauf – nach hinten bewegt. Das erste Stück, das wir spielten, war „Opel-Gang“ und ich fragte mich plötzlich, ob ich tags zuvor zu viel getrunken hatte…

Nach 50 Sekunden brach die Bühne dann – Gott sei Dank – in der Mitte zusammen. Gott sei Dank, weil hinter der Bühne Menschen direkt vor einer Mauer standen. Wenn es so weiter gegangen wäre, wären die erdrückt worden. Durch den Zusammenbruch gab es aber ausschließlich Materialschaden und sonst ist keinem etwas passiert. Ich weiß noch, wie ich mich umdrehte und die Verstärker in Zeitlupe umkippen sah, wie Dominosteine. Es gibt Videoaufnahmen, auf denen man sieht, wie Vom in die Luft haut, weil das Becken längst umgekippt ist. Sein Gesicht dazu ist großartig!

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