Fragen und Antworten
5 Fragen an Andi:
Georg (27 Jahre) aus Österreich:
Gibt es Lieder aus eurer Geschichte, die ihr live nie wieder spielen würdet/werdet?
Wir haben noch nie die bewusste Entscheidung getroffen, irgendein Lied nie wieder zu spielen. Wenn man im Laufe der Zeit so viele Stücke ansammelt, kann man eben nicht alle live bringen. Wenn wir irgendwelche Lieder nicht live spielen, liegt das einfach daran, dass wir andere wichtiger finden, unverzichtbar für unser Programm. Es gibt außerdem Stücke, die sich unserer Meinung nach nicht für die Bühne eignen. Das sind bei uns zwar nur wenige, weil die meisten Songs sowieso live entstehen und wir nur selten etwas konstruieren, aber ein paar Beispiele gibt es schon: Was wir noch nie live gespielt haben, war zum Beispiel "XTC" von der "Opium fürs Volk". Unmöglich live zu spielen, ist auch "Altstadt hin und zurück" (B-Seite der "All die ganzen Jahre"-Single, d. Red.), weil hier eine besondere Idee dahinter steckt. Wir sind damals separat ins Studio gegangen, hintereinander, ohne zu wissen was der Andere gespielt hatte oder spielen wird. Jeder bekam vier Minuten zur Verfügung gestellt und konnte in der Zeit machen, was er wollte.
Hinterher haben wir alles zusammen gemischt und das Ergebnis war hochinteressant. Das Stück ist aber von vornherein für die Bühne weggefallen. Außerdem haben wir glaube ich noch nie ein Stück von der "Battle of the Bands" live gespielt.
Florian (13 Jahre) aus Seffern/Eifel:
Andi, was für einen E-Bass würdest du mir als Anfänger empfehlen?
Das ist reine Geschmackssache und hängt davon ab, welchen Sound man bevorzugt und womit man am besten klar kommt. Es ist sicherlich hilfreich, einfach mal in ein Fachgeschäft zu gehen und verschiedene Bässe auszuprobieren. Als ich mit dem Bassspielen anfing, habe ich erstmal zwei Saiten runtergeschraubt (D und G), weil die mir im Weg waren. Das ist zwar ein ganz guter Trick, das muss man aber nicht machen. Ich selber spiele gerne den Fender Precision, weil ich seinen Klang mag. Es gibt von Fender auch noch eine andere Marke, die nicht so teuer ist: Squier. Wenn man am Anfang nicht so viel Geld ausgeben will, ist so etwas vollkommen in Ordnung. Ein guter
Tipp: Es gibt außerdem so genannte "Short Scale"-Bässe, d.h. bei denen ist der Hals - wie der Name schon sagt - kürzer. Und damit verringern sich auch die Abstände zwischen den Bünden. So etwas kann einem am Anfang ein bisschen das Greifen erleichtern. Der Fender Mustang wäre zum Beispiel ein Bass, der genau in die Kategorie fällt.
Conny (17 Jahre) aus Österreich:
Ich habe gelesen, dass Wim Wenders bald einen Film dreht, mit Campino in der Hauptrolle. Müssen wir, die Fans, dann mit einer weiteren Bandpause rechnen?
Nein. Es ist auch nicht so, dass Campino keine Lust mehr hätte, Musik zu machen. Ganz im Gegenteil: Wir sind gerade im Proberaum, arbeiten an neuen Liedern. Aber es ist bei uns ja schon immer so gewesen, dass wir ein bisschen brauchen, bis eine Platte fertig wird. Diesmal hatten wir vorher ein Jahr Bandpause, die übrigens nichts damit zu tun hatte, dass Campino Theater gespielt hat. Wir haben uns nach 23 Jahren gedacht, dass uns so ein Jahr gut tun würde. Und da durfte dann jeder machen, was er wollte. Der Film ist für mich die logische Konsequenz aus diesem Engagement. Und wenn man das Angebot bekommt, einem Film mit Wim Wenders drehen zu können, muss man das machen. Wim Wenders ist wirklich ein sehr guter Regisseur und solche Offerten bekommt man nicht oft im Leben.
Dass Campino schauspielern kann, hat er für mich in der "Dreigroschenoper"
gezeigt. Ich habe mir das Stück zweimal angeschaut und bin mir sicher, dass er das auch vor der Kamera hinbekommt. Es ist natürlich eine Herausforderung, vom zeitlichen Aufwand her aber auch nicht so intensiv, dass er da ewig mit beschäftigt wäre. Ich bin guter Dinge, dass wir dieses Jahr noch eine Menge zusammen hinbekommen und es sicherlich im nächsten Jahr eine neue Platte geben wird.
Alexandra (15 Jahre) aus Gladbeck
Wann gebt ihr endlich wieder Konzerte?
Zur nächsten Tour würden wir gerne neue Lieder im Gepäck haben und werden deshalb erstmal das neue Album fertig stellen. Aber, wir sagen uns diesmal: Erst wenn wir genug Zeug für eine neue Platte zusammen haben, dann bringen wir sie auch raus. Zurzeit sind wir mittendrin und basteln an den neuen Songs.
Beim letzten Album hatten wir hinterher das Gefühl: Ein bisschen mehr Zeit hätte der Platte vielleicht gut getan. Diesen Fehler wollen wir nicht noch einmal machen. Außerdem denken wir im Proberaum immer: Die nächste Platte könnte die letzte sein. Entsprechend sorgfältig gehen wir die Sache an und versuchen, es so gut wie möglich zu machen. Eins ist klar: Wir alle haben in erster Linie große Lust, endlich wieder live zu spielen. Es juckt mich schon jedes Mal in den Fingern, wenn ich zurzeit irgendwelche Konzerte besuche.
Wenn bei "Rock am Ring" Linkin Park oder die Beatsteaks auf die Bühne gehen, würde man gerne selbst dort stehen.
Friederike (14 Jahre) aus Halle:
Wurde auf Konzerten schon mal mit Tomaten oder anderen Dingen nach euch geworfen?
Explizit an Tomaten kann ich mich nicht erinnern. Es gab in der Anfangszeit eine Menge Konzerte, bei denen unangenehme Leute aufgekreuzt sind, deren einziges Ziel es war, Ärger zu provozieren. Das waren meistens rechte Skins, die unsere Gigs als ein gutes Forum sahen, um Streit anzufangen - egal ob mit dem Publikum oder mit uns. Da gab es schon mal Abende, an denen Flaschen auf die Bühne geflogen sind. Es ging nicht darum, ob wir gut oder schlecht spielten, sondern hatte schlicht damit zu tun, dass das Nazi-Hohlköpfe waren. So etwas hat dann immer damit geendet, dass wir von der Bühne gegangen sind - und zwar nach vorne - und die Geschichte dann auf unsere Art geregelt haben. Solche Übergriffe gab es aber nur für eine kurze Zeit, weil wir dann für die nötige Security gesorgt haben. Seitdem fliegen bei uns höchstens noch Fortuna- oder St. Pauli-Schals auf die Bühne oder Schuhe, die jemand beim Pogo verloren hat. Ich stelle mir dann immer vor, wie derjenige nach dem Konzert nach Hause geht. Ab und zu werden solche Schuhe noch abgeholt; viele bleiben aber auch einfach liegen.
Benjamin (18 Jahre) aus Vaduz:
Könnt ihr euch vorstellen, mal wieder mit den Ärzten auf Tour zu gehen?
Nichts ist ausgeschlossen. Wir haben mit ihnen im Jahr 2000 unter falschen Namen gespielt - und früher standen wir sowieso öfter gemeinsam auf der Bühne. Der Kontakt zwischen uns ist heutzutage gut. Von daher könnte das grundsätzlich immer passieren, nur gibt es derzeit keinen Grund. Es müsste halt schon ein besonderer Anlass sein. Einfach nur so zusammen zu spielen, fände ich etwas langweilig. Es ist zurzeit also nichts in Planung. Die Ärzte gehen jetzt im Winter erstmal auf ihre große Tour. Und wir werden wieder sicherlich wieder 2008 unterwegs sein.
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