DTH-Newsletter

Wer automatisch auf dem Laufenden sein will, abonniert den Rundbrief der Toten Hosen.


Klicke hier, um Dich für den Newsletter anzumelden »

dth.de in:

English

Polski

Español

Aktionen //
Was Ihr schon immer von DTH wissen wolltet!

27.04.2007 - Teil 40 mit Kuddel

Im April beantwortet Kuddel Eure Fragen.

Hier könnt Ihr online Eure Fragen stellen:

Zum Formular

Zurück zur Übersicht

Fragen und Antworten

Sabrina (17 Jahre) aus Köln:
Ich würde gerne Gitarre lernen, habe aber zu kleine Finger. Gibt es auch kleine Gitarren, die gut klingen und mit denen es möglich wäre, ordentlich zu spielen?

Bei den Konzertgitarren gibt es auch kleinere Gitarren, die 3/4-Gitarren genannt werden. Bei den E-Gitarren kann man da auch auf verschiedene Hersteller zurückgreifen. Ich würde Dir aber raten, erstmal mal zu schauen, ob die normale Gitarrengröße nicht doch funktioniert. Leider schreibst Du nicht, welche Gitarre Du lernen willst: E-Gitarre, Klassikgitarre oder Westerngitarre. Für alle drei Gitarrenarten gibt es aber verschieden dicke und breite Griffbretter, die für lange und kurze Finger geeignet sind. Wichtig ist dabei außerdem die Mensur, also die Länge der Saite, gemessen von der Brücke bis zum Sattel. Strato- oder Telecaster-Modelle haben eine etwas längere Mensur, Les-Paul- oder SG-artige eine etwas kürzere. Dieser Unterschied ist sehr minimal, macht sich aber bemerkbar. Zu jedem Modell werden heute Gitarren mit ganz schmalem und flachem Griffbrett hergestellt. Kleine Finger sind dabei kein so großes Hindernis. Problematisch sind eher dicke Finger, aber auch daran kann man sich gewöhnen. Man sollte einfach mal in einen Laden gehen und mehrere Modell ausprobieren! In Köln gibt es verschiedene Läden, bei denen es sich lohnt, vorbei zu schauen, zum Beispiel Ulis Musik, der Music-Store oder das Guitar Center. Diese Fachgeschäfte haben jeweils weit über 300 Gitarren auf Lager, von allen möglichen Herstellern und auch zu günstigen Preisen. Da sollte man sich dann einfach mal eine Stunde hinsetzen, um alle Griffbretter bzw. Hälse auf ihre Bespielbarkeit zu testen!

Lukas (16 Jahre) aus Bottrop:
Könnt ihr nicht mal ein Bass-Solo in ein Lied einbauen?

Es gibt für mich nur ein Bass-Solo in der Musikgeschichte, das seine Berechtigung hat: das Solo in "My Generation" von The Who. Wir haben Bass-Solos für unsere Stücke bislang nicht benötigt - wir sind ja schließlich nicht Level 42 - aber vielleicht werden wir in Zukunft auch irgendwo mal feststellen, dass da ein Bass-Solo hingehört. Grundsätzlich halten wir uns mit Solos ja eher zurück. Wir spielen höchstens mal die eine oder andere Melodie, aber als richtige Solos kann man das sicher nicht bezeichnen. Woran ich mich aber in dem Zusammenhang erinnere: Wir haben einmal in Frankfurt mit einer Band gespielt, die nannte sich: "Der Bassist ist ein Arschloch". Wie sich vor dem Konzert herausstellte, war das nicht ganz so weit hergeholt. Wenn ich mich richtig erinnere, besaß der Bassmann nicht nur einen Bass mit ungefähr 1000 Knöpfen, sondern hat beim Soundcheck auch ständig den Mischer auf die Stellen hingewiesen, an denen der Bass sehr laut sein sollte. Und von diesen Stellen gab es sehr, sehr viele.

Rene (14 Jahre) aus Meppen:
An Kuddel & Breiti: Was für eine Marke von E-Gitarre würdet ihr mir für den Start empfehlen?

Noch vor zehn Jahren war es ziemlich schwierig, für wenig Geld eine gute Gitarre zu bekommen. Die meisten billigen Modelle waren sehr schlecht verarbeitet, konnten die Stimmung nicht halten und die Tonabnehmer klangen nicht und fingen schon bei geringen Lautstärken an zu pfeifen. Mittlerweile ist der Qualitätsstandard so hoch, dass man sich fast bedenkenlos eine billigere Gitarre kaufen kann. Man sollte sie natürlich schon mal anspielen, ob sie einem auch wirklich gefällt, aber man kann da eigentlich kaum noch etwas falsch machen. Diese günstigeren Gitarren sind von der Qualität her schon sehr, sehr gut. Du wirst so viele Modelle finden, dass Dir die Wahl schwer fallen wird. Ich kann bei den günstigeren Gitarren folgende Marken empfehlen: Epiphone, Dean, Ibanez, Collins und Squire. Wichtig ist allerdings auch der Gitarren-Amp (Verstärker). Wenn man eine verhältnismäßig gute Gitarre hat, aber keinen halbwegs guten Amp, kriegt man schwerlich einen vernünftigen Ton heraus. Doch auch auf diesem Gebiet gibt es längst allerhand gute Geräte. Vox, Roland und Line 6 bieten Modelling-Amps an, die für den Live-Betrieb zwar nicht so geeignet sind, aber für Zuhause mehr als ausreichen. Es ist natürlich auch völlig okay, sich eine gebrauchte Gitarre zu holen, wenn das Budget etwas knapper ist. Man sollte nur die Möglichkeit haben, die Gitarre vorher auszuprobieren. Gebrauchsspuren finde ich eigentlich sogar besser als so ein hochpoliertes Teil.

Christian (15 Jahre) aus Dürnten/Schweiz:
Ich habe mir gerade die CD "Opium fürs Volk" gekauft und wollte fragen, warum ihr solche Lieder macht wie z.B. "Die Fliege", die ihr eh nicht live spielen könnt?

Jetzt würde mich interessieren: Findest Du das Stück einfach nur scheiße oder bist Du der Meinung, dass wir alles, was wir schreiben, auch live spielen können müssen? Wir haben auf jedem Album einzelne Stücke dabei, die sich niemals für ein Live-Konzert eignen würden, aber auf dem Album ihre volle Berechtigung haben. "Die Fliege" ist eines meiner absoluten Lieblingsstücke aus dieser Kategorie. Ich glaube, wir haben es sogar mal versucht, das live zu spielen. Manche Stücke eignen sich halt besser für die Bühne, manche sind hingegen gut für das Wohnzimmer und manche für das Auto. Das kristallisiert sich jedoch immer erst bei den Proben für die Live-Shows heraus. Wir müssen jedes Mal ein paar aussortieren, in den letzten Jahren zum Beispiel "Schlampe", "Kopf oder Zahl" oder "Mensch". Wir wollten damals "Mensch" von der "Opium fürs Volk" eigentlich unbedingt live spielen, haben dann aber schon im Proberaum gemerkt, dass das nicht funktioniert.

Philipp (16 Jahre) aus Marienberg:
Kuddel, mit welchen Gitarrensaiten spielst du? Findest du die dünneren oder die stärkeren besser?

Normalerweise spiele ich Gitarrensaiten der Größe "10 auf 46". Die 9er-Saiten reißen mir zu schnell und sind mir auch vom Ton her nicht kräftig genug. Die 11er-Saiten haben zwar etwas mehr Ton, klingen aber nicht so lange aus ("Sustain"). Als wir bei der letzten Tour alles einen Halbton tiefer gestimmt haben, weil die Gitarren dann voller klingen, hat natürlich die Saitenspannung etwas nachgelassen. Da bin ich auf "11 auf 52" umgestiegen, um das zu kompensieren. Was für beide Stimmungen funktioniert, ist die Zwischengröße "10,5 auf 50", die es nur von GHS gibt. Die nehme ich auch ab und zu, wenn wir "Dropped D Tuning" spielen. Bei den Unplugged-Konzerten habe ich bei der Westerngitarre die 12er-Saiten genommen. Weil dabei die Spannung höher war, hat mir die Umstellung einige Schwierigkeiten bereitet. Die Fingerkuppen taten ganz schön weh. Das lag einfach daran, weil es ungewohnter war mit der akustischen Gitarre und ich eine schlechte Greiftechnik habe. Ich greife immer fester als nötig. Deswegen noch ein kleiner Tipp von mir: Wenn Ihr anfangt mit der Gitarre, versucht von Anfang an, mit der Greifhand so wenig Druck wie möglich auf die Saiten auszuüben. Das erleichtert das Gitarrespielen erheblich.

Zurück zur Übersicht