Fragen und Antworten
Simon (16) aus Bottrop:
Könnt Ihr euch vorstellen, auch mit 60 eine Tour zu starten?
Generell kann ich mir alles vorstellen. Ob wir allerdings mit 60 noch in der Lage sind, uns auf eine Bühne zu schleppen bleibt abzuwarten. Die körperliche Verfassung spielt dabei natürlich eine Rolle, genauso wie die Frage ob das peinlich aussehen könnte. Ich glaube aber schon, dass man auch im hohen Alter noch mit Würde Rock’n’ Roll spielen kann. Das gibt es nur noch nicht so lange und deswegen muss man sich erst daran gewöhnen.
Iggy Pop zum Beispiel finde ich überhaupt nicht peinlich auf der Bühne und Johnny Cash ist mit dem Alter immer besser geworden. Ausserdem haben wir ja im Burgtheater schon mal geprobt, wie das so ist, ein Konzert im Sitzen zu spielen, falls man dann auf den Beinen nicht mehr so gut unterwegs ist.
Auf der anderen Seite kann ich noch nicht einmal sagen, was in drei Jahren sein wird und mache mir da nicht allzu viele Gedanken drüber.
Rainer (26) Koblenz:
Vom hat mal gesagt, dass er sich manchmal wie ein Fremdkörper in der Band fühlt. Wie erklären sich die anderen Bandmitglieder das?
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er das wirklich so geäussert hat. Sicherlich musste er sich am Anfang erst mal einfinden. Das ist ein ganz normaler Prozess, der einfach etwas etwas Zeit braucht. Umsomehr, wenn jemand zu einer Gruppe stösst, die zu diesem Zeitpunkt bereits 16 Jahre zusammen war. Aber so wie ich das sehe, ist das heute kein Problem mehr. Von uns aus sowieso nicht, und ich schätze im Gegenteil, dass Vom sich inzwischen bei uns sehr wohl fühlt. Spätestens nach der ersten Platte und der ersten Tour war das Thema eigentlich gegessen, und ich glaube nicht dass er das heute so sieht, dass er ein Fremdkörper ist. Wir sind auf jeden Fall sehr froh, dass er dabei ist, da wir ihn nicht nur als hervorragenden Schlagzeuger, sondern auch als klasse Typ, der den selben Humor hat wie wir, schätzen.
Marcel (12) Mülheim an der Ruhr:
Haben die alten Hosen Wölli und Trini noch ein Mitspracherecht, wenn es um neue Entscheidungen geht.
Nein. Wölli und Trini sind nicht mehr eingebunden, wenn es um irgendwelche Bandentscheidungen geht. Sie sind ja schon seit einiger Zeit keine Bandmitglieder mehr und somit auch nicht mehr involviert. Ich glaube, dass ist ein ganz normaler Vorgang. Wenn ich z.B. die Band verlassen würde, wollte ich ja auch keine Entscheidungen mehr treffen. Gott sei dank haben wir zu beiden aber bis heute sehr freundschaftliche Beziehungen, und ich treffe beide eigentlich in regelmässigen Abständen. Zuletzt habe ich z.B. Wölli bei seinem Rock am Turm Festival besucht, bei dem ja auch Vom mit den Spittin Vicars gespielt hat, und Trini war im Sommer mein Fussballtrainer bei einer Spassmannschaft. Da ich weiss, dass es nicht immer selbstverständlich ist, das man auch nach so einer Trennung ein gutes Verhältnis hat, ist es schön zu sehen, dass der Kontakt nicht abgebrochen ist, obwohl man nicht mehr gemeinsam auf der Bühne steht.
Flroian (18) Jüterborg:
Wann spielt ihr wieder in einem Knast?
Da wir zur Zeit erstmal im Proberaum an einer neuen Platte arbeiten, gibt es momentan noch gar keine konkreten Pläne, wann wir wieder live spielen. Aber generell kann ich es mir immer vorstellen nochmal im Knast zu spielen. Wir haben das ja schon mehrmals getan, und das sind immer schon sehr spezielle Konzerte gewesen. Ich kann mich noch sehr gut an das Konzert in Düsseldorf in der Ulmer Höh erinnern, wo wir dann die klassische Szene aus jedem Gangsterfilm erlebt haben. Als wir drin herumgeführt wurden, haben die Gefangenen zur Begrüssung mit dem Essgeschirr an der Zellentür geklappert und das Konzert war dann wirklich etwas sehr besonderes. Natürlich ist im Knast jede Abwechslung vom Alltag willkommen, aber an dem Abend hatte ich wirklich den Eindruck, dass die Insassen auch Lust auf uns hatten. Vielleicht hat dabei ein wenig geholfen, dass wir Altbier getarnt in Colaflaschen reingeschmuggelt haben, was bei den Häftlingen reissenden Absatz gefunden hat. Sehr schön war auch noch das die Anstaltsleitung uns nachher mit einem Gefangentransporter zuhause abgesetzt hat. Ein schönes Bild für alle Nachbarn.
Rebecca (14) Koblenz:
Könntet ihr euch vorstellen mit den Ärzten eine Tour zu machen?
Das hat es ja schon mal 2000 gegeben. Wenn auch in einem sehr kleinen Rahmen und unter anderem Namen. Die Ärzte waren als „Die Zuspäten“ und wir als „Essen auf Rädern“ unterwegs. Wir haben seinerzeit in Berlin im SO36 und im Tor 3 in Düsseldorf gespielt. Das hat damals auf jeden Fall sehr viel Spass gemacht, schließlich kennen wir uns ja inzwischen sehr gut und haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Ich würde also so ein Konzert in der Zukunft nicht ausschliessen, das müsste dann aber schon aber einen sehr speziellen Rahmen haben oder es gibt einen besonderen Anlass. Zu diesem Zeitpunkt ist aber definitiv nichts dergleichen von beiden Seiten in Planung.
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