Fragen und Antworten
Henriette (15 Jahre) aus Kleinscheißdorf:
Kuddel, kann man sich als Linkshänder das Gitarrespielen mit rechts wieder abgewöhnen oder ist das nicht so gut?
Wenn man anfängt, hält man sein Instrument als Rechtshänder meistens so, dass der Gitarrenhals links ist; als Linkshänder entsprechend umgekehrt. Es kommt darauf an, wie lange Du jetzt schon „falsch herum“ spielst und ob es überhaupt noch Sinn macht, sich umzugewöhnen. Wenn Du noch ganz am Anfang stehst, wäre es auf jeden Fall besser, wie ein Linkshänder zu spielen, weil es sonst Probleme mit der Spielhand geben könnte, also mit der Hand, mit der Du die Saiten anschlägst. Denn nicht das Greifen ist die größte Schwierigkeit beim Gitarrespielen, meiner Meinung nach kommt es vor allem auf die Spielhand an. Ich kriege immer wieder zu hören: „Als Linkshänder bist Du doch im Vorteil, weil Deine linke Hand sowieso stärker ist.“ Wenn man mit der linken Hand greift und wie ein Rechtshänder spielt, soll man angeblich im Vorteil sein. Das finde ich aber nicht. Das Schwierige ist das Synchronisieren der beiden Hände… Es ist aber auch nicht weiter tragisch, wenn Du nicht wusstest, wie man eine Gitarre hält, und Dich jetzt an diese Spielweise gewöhnt hast. Du solltest nur drauf achten, dass Du die dicke E-Saite oben hast, und nicht auch noch auf einer Gitarre spielst, die für Rechtshänder besaitet ist. Man ist dann ziemlich eingeschränkt und kann nicht alles spielen. Es gibt allerdings auch ein paar Gitarristen, die extra genau so spielen, zum Beispiel Dick Dale, der König der Surf-Gitarre. Der spielt „links herum“, das heißt, er schlägt die Gitarre mit der linken Hand an, greift mit der rechten Hand, aber spielt eine Gitarre, die rechts besaitet ist. Es gibt auch ein paar Leute, die behaupten, dass man damit ein paar Sachen spielen kann, die man mit einer normal besaiteten E-Gitarre nicht spielen kann. Ich glaube aber, dass die Vorteile einer richtig aufgezogenen Gitarre immer noch höher einzuschätzen sind. Eins ist aber ganz klar: Wenn Du ständig das Gefühl hast, dass Du die Gitarre falsch herum hältst, solltest Du Dich unbedingt umgewöhnen.
Anna-Lena (12 Jahre) aus Frankfurt/Main:
Kuddel, konntest Du mal Noten lesen? Wenn nicht, gab es da mal Probleme mit dem Gitarrespielen?
Ich habe niemals Probleme damit gehabt, weil ich die Probleme niemals zugelassen habe (lacht). Ich habe erst gar nicht versucht, irgendwelche Notenblätter zu entschlüsseln. Der Vorteil beim Notenlesen ist der, dass man völlig fremde Stücke sofort spielen kann – ohne sich das Stück vorher anhören zu müssen. Weil ich nie Schwierigkeiten hatte, Stücke rauszuhören, um sie dann nachzuspielen, war es für mich nie nötig, Noten zu lernen. Es war mir auch irgendwie zu anstrengend. Außerdem gibt es viel zu viele Menschen, die „nur“ nach Noten spielen können. Oft ist es so, dass Musiklehrer Improvisation als nebensächlich betrachten und damit die Kreativität unterbinden. Wenn das Notenblatt weg ist, steht manch einer plötzlich wie ein Ochse vor dem Berg. Ich will Noten jetzt nicht verteufeln, aber wenn man Noten lernt, sollte man so geschult werden, dass man auch improvisieren kann. Letztendlich sind Noten ja so etwas wie die Sprache der Musik und es wäre schon sinnvoll, diese zu beherrschen. Ich könnte aber höchstens sagen, wo ein C und D ist, aber ich könnte kein ganzes Stück vom Blatt spielen.
Sebastian (16 Jahre) aus Rudolstadt:
Warum habt Ihr heute alle Eure Haare so kurz?
Bei mir ist das Gegenteil der Fall, zumindest in der Bandpause. Ich habe meine Haare das ganze Jahr nicht geschnitten, war sehr lange nicht mehr beim Friseur. Meine Haare sind zurzeit also sehr lang (lacht). Ich habe mal ein aktuelles Foto gemacht…

Freda (16 Jahre) aus Stockheim
Was hat bis jetzt der krasseste Fan gemacht, um auf Euer Konzert zu gehen?
Einmal sind wir in Düsseldorf im Gefängnis aufgetreten und ein Fan hat sich verhaften lassen, um bei dem Konzert dabei sein zu können. Er hatte allerdings etwas Pech und ist in einer anderen JVA gelandet. Eine andere Geschichte ist die, dass wir im Hochsommer irgendwo gespielt haben – und plötzlich kam ein Heizungstechniker an und wollte die Heizungen checken. Der war aber überhaupt kein Heizungstechniker, sondern ist einfach in voller Montur und mit Werkzeug angekommen, um sich in die Halle zu schmuggeln. Der wollte einfach nur auf das Konzert. Und das fanden wir alle sehr lustig und haben ihn reingelassen.
Schlü (17 Jahre) aus Überlingen am Bodensee:
Wenn Ihr die Gelegenheit hättet, ein Konzert auf dem Mond zu spielen, würdet Ihr sie ergreifen?
Sofort. Das stellt sich halt nur die Frage, wie wir Faust in das Space-Shuttle kriegen. Da könnte man aber dann mal richtig rumspringen; das würde richtig nach was aussehen. Wenn das mit dem Sauerstoff geklärt ist, würde ich das sofort machen. Statt nach Las Vegas umzuziehen, sollten sie das CBGB´s besser auf dem Mond nachbauen und freien Eintritt machen!
Jana (14 Jahre) aus Hennef:
Was ist das peinlichste Lied, das Ihr je gemacht habt?
So etwas wie „Faust in der Tasche“ von der „Battle of the Bands“ hätte man sich schon sparen können.
Daniela (16 Jahre) aus Heidenheim:
Wie seid Ihr auf das Lied "Allein vor deinen Haus" gekommen?
Die Geschichte mit „Roland“ gab es wirklich. Wir waren mit Andi, Breiti und Trini bei Campino und haben versucht, Texte für unsere erste Platte zu schreiben. Da haben wir Geräusche gehört und da stand wirklich ein Typ auf der Straße, der Steinchen gegen ein Fenster geschmissen. Wir wussten natürlich nicht, ob er seine Freundin oder seine Mutter aufwecken wollte, um reinzukommen, und das werden wir auch nie mehr erfahren, aber uns hat das Ganze dann eben zu dieser Geschichte inspiriert. Und die ist dann auf der „Opel-Gang“ gelandet…
„Misfits" (16 Jahre) aus Spittal:
Was ist Euer Lieblingssong von den Stones?
Ich habe kein spezielles Lieblingsstück von den Stones, finde aber, dass sie auch heute noch eine brillante Live-Band sind. Sie sind ja nicht ohne Grund eine der größten Bands der Welt. Ich finde viele Lieder richtig gut, aber für die Hosen waren sie trotzdem kein wichtiger Einfluss. Als wir 1990 mit ihnen zusammen im Müngersdorfer Stadion in Köln gespielt haben, waren sie alle sehr nett und haben uns gut behandelt. Selbst als Faust völlig verschlafen aus dem Bus stolperte und Mick Jagger unter sich begrub, war keiner böse. Der Zusammenprall blieb ohne Folgen. Später haben wir in Argentinien allerdings mal ein Stück von ihnen gecovert, aber das kam nicht so besonders gut an (lacht). Die Argentinier wollten keine Stones-Songs von den Hosen hören…
Deborah (13 Jahre) aus München:
Kuddel, habe vorhin die DVD von „Rock am Ring 2004“ angeschaut. Kann Dein Sohn viele Instrumente spielen?
Ich kann als Vater voller Stolz sagen, dass mein Sohn Schlagzeug, Gitarre und Klavier/Keyboards spielt – und dass er mich damit bald eingeholt hat (lacht). Er hat anfänglich einen Klavierlehrer gehabt und sich dabei eine sehr gute Technik angewöhnt, die es ihm erleichtert, sehr gut Klavier zu spielen. Er hat sogar Noten gelernt, dann aber aufgehört und Schlagzeug und Gitarre angefangen. Heute spielt er Klavier nebenbei und mittlerweile besser als ich. Gitarre noch nicht so ganz (lacht). Er spielt jeden Tag eine Stunde Schlagzeug und hat richtig Spaß an der Musik. Er hatte neulich seinen ersten richtigen Live-Auftritt in der M-Box in Kaisersesch – mit seiner Band Bloodstain. Und für das erste Mal war das richtig gut. Vom Stil her geht es in die Richtung Punk/Alternative.
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