Fragen und Antworten
Vinvent (14) aus Berlin:
Breiti, bei der Heimspiel-DVD sieht man in deinem rechten Ohr einen Kopfhörer. Wozu ist der gut?
Was wir auf der Bühne hören, unterscheidet sich von dem, was die Leute in der Halle hören. Wir haben also unseren komplett eigenen Sound. Und da gibt es neben den normalen Monitorboxen auch die Möglichkeit, den auf Walkman-Kopfhörer zu legen. Es ist ein bisschen schwierig, sich daran zu gewöhnen. Auch ich habe ein paar Jahre gebraucht, bis ich das wirklich getan habe. Es hat aber den Vorteil, dass man überall auf der Bühne denselben Sound hat. Das ist besonders wichtig, weil wir auf der Bühne gerne viel rumlaufen. Außerdem kommt meistens auch ein tierisches Echo aus der Halle zurück. Deswegen benutze ich die Kopfhörer mittlerweile ganz gerne, genauso wie zum Beispiel Vom. Bei Kuddel ist das anders: Der dreht halt seine Verstärker gerne ziemlich laut auf. Und Campino kann das gar nicht machen, obwohl das für seine Ohren sehr viel besser wäre. Er ist dafür einfach zu oft im Publikum, wo die Leute dann natürlich auch mal an ihm rumzerren. Da wären die Kopfhörer beim ersten Mal gleich weg. Beim Unplugged-Konzert haben wir auf die Kopfhörer verzichtet, weil alles nicht so laut und dadurch viel besser zu hören war.
Jan Koß (16) aus Norderstdet:
Ich wollte mal wissen, ob Breiti immer auf der Gibson Les Pauls spielt, wie er es auf der DVD „Wir warten auf´s Christkind“ macht.
Live spiele ich nur noch auf Les Pauls, weil ich die Kombination aus Les-Paul-Gitarren, Marshall-Verstärkern und Engl-Boxen einfach super finde. Die Les Pauls sind vielseitig genug, dass sie sowohl für ruhige Lieder wie für den üblichen Krach taugen, also für die ganze Bandbreite. Im Studio habe ich auch noch andere Gitarren, je nachdem welchen Sound man braucht, zum Beispiel eine Fender Telecaster oder eine Fender Jaguar und auch noch eine andere Les Paul. Wenn man live spielt, schwitzt man ja andauernd, so dass die Gitarren klatschnass werden und irgendwann rosten. Man kann natürlich immer alles reparieren, aber irgendwie verändern sich die Instrumente dann doch ein bisschen. Und bei der Gitarre, die ich ausschließlich für das Studio nehme, möchte ich das vermeiden. Bei Kuddel ändert sich das natürlich noch viel häufiger, was er für Gitarren nimmt, weil er die ganzen Solos spielt. Da muss er variabler sein – im Studio sowieso, aber auch auf der Bühne. Der nimmt live übrigens auch gerne Engl-Verstärker.
Christian (21) aus Dortmund:
Bekommt ihr eigentlich Geld von Bofrost für euer Lied?
Nein, wir bekommen natürlich kein Geld von Bofrost. Was wir allerdings bekommen haben, sind sehr viele E-Mails und Briefe von Bofrost-Mitarbeitern. Es gibt wohl doch ein paar Leute, die das Lied kennen, und jetzt immer, wenn sie jemanden in der entsprechenden Uniform sehen, demjenigen irgendwas hinterher rufen. Einige von denen haben sich echt bitter über das Lied beschwert, weil das Durchschnittsalter ihrer Kundschaft bei Ende 50 läge und der Alltag nicht im Entferntesten dem entspreche, wie er im Lied beschrieben wird – auch wenn sie es sich wünschen würden, dass es manchmal so wäre. Es gab wohl außerdem auch noch ein firmeninternes Schreiben von Bofrost, in dem drin stand, wie die Auslieferer damit umgehen sollten, wenn sie darauf angesprochen werden.
Cilian (15) aus Heidelberg:
Habt ihr schon eine Idee, wie lang eure Pause sein wird?
Leoni (12) aus München:
Wie sieht euer Programm für 2006 aus?
Die Idee hinter der Bandpause war, dass wir in den letzten Jahren einfach endlos Konzerte gespielt und auch sehr viel veröffentlicht haben. Wir dachten, dass es nach jetzt 23 Jahren an der Zeit wäre, dass jeder einmal die Gelegenheit erhält, sich etwas länger um seine Familie zu kümmern oder seine Freunde in Ruhe zu treffen. Und jeder sollte musikalisch die Gelegenheit bekommen, auch einmal etwas mit anderen Leuten zu machen als immer mit denselben. Wir werden uns über das Jahr sicher ein paar Mal treffen und mal gucken, was jeder so für Ideen hat. In der Öffentlichkeit werden wir uns als Band aber sicher nicht blicken lassen. So gönnen wir uns dieses Jahr etwas Erholung – und auch denen, die sich sehr für das interessieren, was wir machen.
Mini (20) aus Köln:
Ich war live bei eurem Auftritt bei TV Total dabei. Was war denn da auf einmal bei „Hier kommt Alex“ los?!
Wir haben das Stück „Hier kommt Alex“ ja erst circa 1823mal gespielt, deswegen sollte man meinen, dass es nicht so schwer sein kann, den Text richtig hinzukriegen (lacht). Tatsächlich hat sich Campino die Worte vorher auch noch einmal extra aufgeschrieben, damit nun auch wirklich gar nichts schief geht. Es ist aber halt manchmal so, gerade wenn man etwas schon 1000 Mal gemacht hat, dann denkt man vielleicht kurz an etwas Anderes und zack ist die Zeile weg. Dann brauchst du plötzlich noch eine Zeile, um wieder reinzukommen. Genau das ist dann auch passiert. Da man bei der Sendung zwar live spielt, das Ganze aber eine Aufzeichnung ist, hätten wir das auch einfach noch mal neu machen können. Aber wir fanden das dann lustiger, wenn es schon passiert war, es auch so zu lassen, wie es wirklich war. Wie das Lied richtig klingt, kann man sich ja auf der Unplugged-CD anhören. Das war dann eben jetzt mal eine andere Version…
Sarah (19) aus
Haubersbronn
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Warum werden auf euren Konzerten keine alten Lieder wie „Modestadt Düsseldorf“, „Ülüsü“ oder „Mord an Vicki Morgan“ gespielt?
Wenn wir Stücke noch nie live gespielt haben, hat das auch seinen Grund. Wir haben bestimmt fast alle mal bei Konzerten ausprobiert oder zumindest im Proberaum und bei manchen schnell gemerkt, dass es nicht funktioniert. Dann gibt es Lieder, die wir jahrelang gespielt haben und die wir irgendwann rausschmeißen, um mehr Abwechslung haben. Es gibt aber immer besondere Gelegenheiten, etwa wenn wir in einem Club spielen oder damals auf der Loreley. Da haben wir am Abend vor dem großen Konzert im Zelt nur Stücke gespielt, die wir seit Jahren nicht mehr gebracht hatten. Da waren auch viele ganz alte dabei. Viele von diesen Liedern funktionieren auch gerade in den großen Hallen nicht so gut. Wir finden es dann spannender, dort etwas Neues auszuprobieren, weil man dabei immer wieder Überraschungen erlebt. „Freunde“ hatten wir zum Beispiel überhaupt nicht auf der Rechnung, dass das so gut ankommen würde. Inzwischen ist es live zu einem ganz wichtigen Lied geworden. Das hatten wir eigentlich nur mal spaßeshalber ausprobiert und dabei gesehen, dass da im Publikum richtig etwas passiert.Wenn wir für besondere Gelegenheiten ein paar ältere Stücke proben, haben wir auf jeden Fall immer Spaß daran, weil wir uns dann auch daran erinnern, was in der Zeit passiert ist, als das Lied entstanden ist. Das angesprochene Lied „Der Mord an Vicki Morgan“ haben wir noch nie live gespielt. Das haben wir zwar 1984 im Proberaum mal probiert, aber das ging einfach nicht. „Ülüsü“ und „Modestadt Düsseldorf“ haben wir am Anfang tatsächlich gespielt. Einige Lieder behalten einfach ihre Gültigkeit, andere nicht. Der Text zu „Wünsch Dir was“ ist zum Beispiel komplett zeitlos. Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass wir das noch in fünf oder zehn Jahren spielen werden.
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