Fragen und Antworten
Anika (15) aus Gudensberg:
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Wie darf ich das Stück "Ülüsü" verstehen? Wie habt ihr das gemeint?
„Ülüsü“ ist 1983 auf der LP „Opel-Gang“ erschienen und zu 100 Prozent ironisch gemeint. Damals musste man das auch überhaupt nicht erklären, weil das jeder verstanden hat. In der Punk-Szene war das einfach allen klar, dass so ein Lied nicht misszuverstehen war. Mit den Jahren ist uns aber aufgefallen, dass immer mal Leute gefragt haben, die nicht verstanden hatten, wie wir auf diesen Text gekommen sind. Das war damals ein absolut legitimes Stilmittel, textlich in eine Rolle reinzuschlüpfen – hier also in die Rolle eines charakterlosen Mitläufers, der nicht den Mumm hat, zu seiner Freundin zu stehen. Gerade in der linken Punk-Szene war das ein sehr, sehr beliebter Song, weil der mal versucht hat, die Problematik aus einem anderen Blickwinkel rüberzubringen und nicht so platt wie sonst üblich. Es ist natürlich ein tausendprozentiges Anti-Nazi-Lied!
Anna (15) aus Hildesheim:
Campi, musstest du ein spezielles Stimmtraining vor dem Unplugged-Auftritt
machen?
Nein, im Gegenteil. Es ist mir deutlich leichter gefallen als sonst, an diesen Abenden zu der Musik zu singen. Denn es ist eine wahnsinnige Kraftanstrengung, an einem normalen Abend gegen die sehr, sehr lauten Gitarren und das Schlagzeug ansingen zu müssen. Da gehen jede Menge Feinheiten und Nuancen verloren, die ich jetzt viel besser ausspielen konnte, als die Instrumente differenzierter zu hören waren. Gesangstechnisch gesehen war es also ein wirkliches Vergnügen und eine ganz einfache Übung.
Markus (20) aus Salzburg:
Wieso arbeitet ihr eigentlich in letzter Zeit so oft mit MTV zusammen?
Es ist eher ein Zufall, dass wir in einem relativ kurzen Zeitraum zweimal intensiv mit denen zusammengearbeitet haben. Das Eine hat mit dem Anderen aber überhaupt nichts zu tun. Das Format „Friss oder stirb“ war völlig losgelöst von der Unplugged-Platte. Die Bitte, mal einen Unplugged-Abend zu machen, hat MTV ja schon seit vielen Jahren an uns herangetragen. Der Zeitpunkt war aber damals für uns noch nicht gekommen. In diesem Jahr haben wir gedacht, es ist soweit. Das hatte aber mit der Serie nichts zu tun. Die haben wir vor allem deshalb gemacht, weil uns MTV bei der Produktion die größtmögliche Freiheit eingeräumt hat. Die haben uns überhaupt nicht reingeredet. Und das schien uns, optimal zu sein. Ansonsten glaube ich, dass „Unplugged“ ein Konzept ist, das man wirklich MTV zu verdanken hat. Und das ist ein ganz klarer Pluspunkt für diesen Sender. Dass Musikfernsehen als solches immer beschnittener und im Tagesprogramm immer weiter zur Seite gedrückt wird, finden wir natürlich auch traurig. Ich hoffe, dass MTV irgendwann mal wieder zurücksteuert und wieder mehr Musik bringt.
Kiki (13) aus Katsdorf:
Werdet ihr jemals wieder ein Unplugged-Konzert spielen?
Uns hat das Erlebnis soviel Spaß gemacht, dass es nicht undenkbar wäre, mal eine Club-Tournee zu machen und ein paar Unplugged-Abende hinzulegen. Es war wirklich ein tolles Abenteuer im Burgtheater, aber es würde bei einer Wiederholung nicht mehr diesen Überraschungseffekt haben, den das erste Mal ausgelöst hat. Es ist auch überhaupt nicht geplant, das noch mal auf die Bühne zu bringen. Wenn wir uns nach einer längeren Pause zurückmelden werden, dann sicherlich nicht mit Akustikgitarren in der Hand!
Benjamin (15) aus Keula:
Wird es eine Studioversion von "Weltmeister" geben?
Ich glaube, eher nicht. Die Weltmeisterschaft in Deutschland wird schon längst vorbei sein, wenn wir das nächste Studioalbum rausbringen. Und dann wäre so ein Lied kalter Kaffee. Das Stück ist jetzt aktuell und jetzt da – und lebt sehr von dem Text. Da ist eine spätere Studioversion nicht nötig.
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