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16.11.2005 - Teil 24 mit Kuddel

Im Juli beantwortet Kuddel Eure Fragen.

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Fragen und Antworten

Johanna (13) aus Bamberg: :
Warum macht ihr nie Lieder in anderen Sprachen als Englisch und Deutsch?

Wir versuchen schon immer, wenn wir in Argentinien sind, Sachen auf Spanisch zu machen. Als wir jetzt im Herbst in Buenos Aires waren, haben wir zum Beispiel „Feuer frei“ übersetzt und auf Spanisch gesungen. Da Campino aber Halbengländer ist und wir aus Deutschland kommen, ist es nahe liegend, dass wir die Sprachen nehmen, die wir selbst auch verstehen. Es gibt von daher keine wirkliche Notwendigkeit, andere Sprachen zu nehmen. Und wie soll man einen Text in einer Sprache schreiben, die man selbst nicht versteht? Wir bemühen uns natürlich in anderen Ländern wenigstens die Ansagen in der jeweiligen Sprache zu machen. Die Coverversion von „Azzuro“ haben wir zwar auf Italienisch eingespielt, aber das war natürlich nur ein Gag. Es handelte sich dabei auch mehr um Lautschrift-Italienisch. Ich glaube nicht, dass da alles korrekt war (lacht). „Tout Pour Sauver L'Amour“, unser einziges Stück auf Französisch, war eine Zusammenarbeit mit der Sängerin Marina Casariego, die damals wohl recht groß war in Frankreich. Wir hatten zu der Zeit gerade ein paar Mal in Frankreich gespielt und wollten dort wohl noch mal auf Tour. Was jetzt natürlich noch eine Herausforderung sein könnte, das wäre ein Song auf Polnisch…

Katrin (24) aus Hamburg::
Wenn Ihr jetzt eine Pause einlegt, habt Ihr dann nicht Angst, dass Euch nach einer Zeit die Decke auf den Kopf fällt?

Ich werde wahrscheinlich trotzdem zu Hause sitzen und an neuem Material basteln. Und ich denke auch, dass wir uns im neuen Jahr ein paar Mal im Proberaum treffen werden, um zu schauen, ob es neues Material gibt. Nach heutigem Stand werden wir aber auf keinen Fall irgendwelche Konzerte geben und auch nichts veröffentlichen. Wir werden es mal wieder ganz locker angehen lassen. Einige aus der Band fahren für ein halbes Jahr oder ein paar Monate weg, also ziemlich genau bis zur WM. Ich werde mit meiner Familie ebenfalls für zehn Tage nach New York fahren. Ich freue mich aber auch darauf, einfach mal wieder ein wenig zu Hause zu sein. Das letzte Jahr war schon ganz schön anstrengend, mit der Platte, der Tour und dem Unplugged. Das war schon ziemlich viel und das hängt uns auch jetzt noch in den Knochen. Ich glaube, eine kleine Pause tut uns allen mal ganz gut, um den Kopf wieder frei zu kriegen.

Nikon (44 Jahre) aus Mollhagen:
Warum könnt Ihr nie ein komplettes Konzert veröffentlichen? Wenn ich jetzt schon sehe, dass Ihr die Unplugged-CD nicht komplett rausbringt, frage ich mich warum.

So ein Konzert dauert halt schon mal etwas länger. Wenn wir da mehr drauf gepackt hätten, wäre es eine Doppel-CD geworden. Es gibt ja dann als Alternative noch die DVD, auf der alles drauf ist. Und genauso wird das auch bei der Heimspiel-DVD sein, die im Dezember erscheint. Da ist natürlich auch alles drauf. Bei einer CD muss man die Stücke einfach auswählen. Und warum sollte man einen Song drauf packen, bei dem die Band komplett daneben lag? Ich bin dagegen, nur der Vollständigkeit wegen ein minderwertigeres Produkt abzuliefern. Für mich ist ein Album, dass man sich öfter anhören kann, immer die bessere Alternative. Man kann ein Konzert auch einfach nicht eins-zu-eins auf eine CD pressen, die man dann hinterher auf einer kleinen Anlage hört. Es fehlt einfach der große Raum, die PA und die Stimmung. Manchmal muss man kürzen oder sogar auch verlängern. Bei den Live-Platten „Bis zum bitteren Ende“ und „Im Auftrag des Herrn“ haben wir aus verschiedenen Konzerten die besten Stücke genommen. Bei der Unplugged-CD war das jetzt eine schwierige Entscheidung, weil unserer Meinung nach viele Stücke richtig gut waren. Da gab es bei uns schon ziemliche Diskussionen. Ich wollte zum Beispiel, dass da „Was zählt“ drauf kommt; aber damit wäre die CD nicht mehr kurzweilig genug gewesen. Es war uns wichtiger, dass man die locker in einem Rutsch durchhören kann. Und die Minutenzahl einer CD ist dann irgendwann einfach mal begrenzt. Es sind jetzt auf jeden Fall auch auf der DVD ein paar Stücke, die auch auf der CD hätten sein können.

Tecki (28 Jahre) aus Berlin:
Ihr habt so geile B-Seiten auf euren Singles! Wie wäre es mal mit einem Konzert nur mit diesen Songs?

Die Idee hört sich erstmal sehr geil an. Ich finde es auch sehr nett, dass das mal jemand zu würdigen weiß, dass wir uns wirklich immer sehr viel Mühe mit den B-Seiten gegeben haben. Und da sind auch durchaus Stücke dabei, die so stark sind, dass sie auch auf ein Album hätten kommen können. Ein ganzes Konzert damit wäre aber dann doch etwas schwierig, weil die Stücke doch nicht alle kennen. Das würde auf Kosten der Stimmung gehen. Wenn man die A-Seiten nicht spielen würde zugunsten der B-Seiten, würde das Konzert nicht so gut sein wie andersrum. Zwischendurch machen wir das aber auch, dass wir mal eine B-Seite in unser Set einbauen. Ich höre mir die B-Seiten auch wirklich immer wieder mal gerne an und finde "Im Meer", "Die 7 ist alles" und "Wie man Kaninchen macht" richtig klasse. Das Stück über den Vater, der seinem Sohn zeigt, wie man einen Hasen schlachtet, habe ich meinem Sohn Tim vorgespielt, als er so alt war wie der Junge im Text. Und er war schon reichlich irritiert. Heute spielt er es längst selbst und besser (lacht).

Dirk (27 Jahre) aus Ibbenbüren:
Könntet ihr euch vorstellen, eure drei Hosen-Lieblingsalben komplett live zu spielen, ähnlich wie The Cure es in dem „Triology“-Konzept umgesetzt haben?

Auf jedem Album gibt es leider Stücke, die sich live nicht so gut eignen wie auf CD. Wir haben schon öfter mal Stücke probiert, von denen wir dachten, dass die voll abgehen würden, die dann aber auf der Bühne komischerweise gar nicht funktionierten. Ich fände die Idee als Special-Konzert schon sehr gut, mal einfach „Opel-Gang“, „Opium fürs Volk“ und „Auswärtsspiel“ zu spielen, aber ich glaube nicht, dass das so gut funktionieren würde. Meine drei wichtigsten Hosen-Alben sind zurzeit übrigens „Opium fürs Volk“, „Auswärtsspiel“ und „Zurück zum Glück“, manchmal liegt aber auch „Unter falscher Flagge“ vorne. Und manchmal kommt auch noch die „Unsterblich“ um die Ecke oder finde ich auch die „Kauf Mich“ wieder gut. Ich weiß auch, dass Campino mit der letzten Scheibe nicht ganz so zufrieden ist. Über die Platte gehen die Meinungen bei uns einfach mal auseinander. Ich habe aber nach wie vor sehr viel Spaß an „Zurück zum Glück“. Und ich lasse mir meinen Spaß auch nicht durch Campinos miesepetrige Haltung dazu verderben (lacht).

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