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09.01.2004 - Teil 10 mit Kuddel

Mit Kuddel schließen wir die zweite Runde unserer monatlichen Fragestunde mit der Band ab. Wieder haben wir fünf Fragen aus Euren Einsendungen ausgewählt und kompetent beantworten lassen. Kuddel redet unter anderem über (keinen) Alkohol, (viele) Haustiere und erklärt, welche Hosen-Stücke live am schwierigsten zu spielen sind.

Hier könnt Ihr online Eure Fragen stellen:

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Fragen und Antworten

Susi (25) aus Grevenbroich:

??? Stimmt es, dass Kuddel keinen Alkohol mehr trinkt?

!!! Kuddel:
Das stimmt. Ich trinke seit sieben Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr. Bis dahin hatte ich viel zu viel getrunken - bei jedem Konzert, bei jeder Probe, im Studio und privat. Ich habe morgens damit angefangen, war abends noch nicht mal breit und habe es nicht einmal so richtig gemerkt. Und weil ich es damals einfach nicht geschafft habe, meinen Konsum zu reduzieren, bekam ich in meinem gesamten Umfeld große Probleme! Nach dem 1000. Konzert hatten wir mit der Band mehrere Besprechungen, was wir ändern wollten. Und da kam mein Problem natürlich auch auf den Tisch. Dass mit meiner Sauferei überhaupt keiner mehr klarkam, war vielleicht auch die größte Motivation, um aufzuhören. Es hatte einfach Maßstäbe angenommen, die mir gar nicht mehr bewusst waren. Ich habe es aber dann zum Glück von heute auf morgen geschafft. Seitdem geht es mir gut - und es amüsiert mich zu sehen, wenn andere gefeiert haben und am nächsten Morgen mit einem Kater rumlaufen.

Kathrin (14) aus Hemmingen:

??? Bei Campino ist es ja bekannt, dass er sich vor den Auftritten einsingt, aber wie bereitet sich der Rest der Band auf einen Auftritt vor?

!!! Kuddel:
Ich singe mich mittlerweile auch warm (lacht). Bei Liedern wie "Still, still, still" ist das im Winter, wo man ja auch mal erkältet ist, schon absolut wichtig. Ich versuche mich ansonsten einfach etwas locker zu machen, also den Kopf frei zu kriegen und die Muskeln zu lockern. Mein Rezept lautet: Ein bisschen Tischtennis, wenig essen und ein bisschen Gymnastik. Manche Gitarristen schwören ja darauf, ihre Hände vor dem Auftritt in heißes Wasser zu legen. Das ist völliger Blödsinn! Wenn da mal eine Gitarre rumsteht, dudele ich zwar manchmal ein bisschen darauf rum, aber nicht, weil ich meine Finger lockern müsste. Ich muss vor einem Auftritt auch nicht meditieren, ich bin da schon noch vollkommen ansprechbar.

Alex (18) aus Lindenhof:

??? Welcher Hit ist Live zu spielen, am schwierigsten?

!!! Kuddel:
Das sind komischerweise immer die langsamen Stücke, die so ruhig sind, dass man jede einzelne Note hört - wie zum Beispiel bei "Nur zu Besuch", "Wofür man lebt" oder "Böser Wolf". Die klingen ja eigentlich ganz leicht und unauffällig, und da sind auch keine Passagen dabei, bei denen man sich großartig verspielen kann, aber wiederum sind es halt auch die Stücke, bei denen man Verspieler am deutlichsten hört. Und wenn man das dann auf der Bühne im Hinterkopf hat, passiert das eben auch schon mal ab und zu. Wenn ich mich bei einer schnelleren Nummer wie "Bonnie & Clyde" verspiele, ist das lange nicht so tragisch wie bei "Nur zu Besuch". Und für Campi ist das als Sänger, glaube ich, ähnlich: Wenn der bei "Niemals einer Meinung" den Text vergisst, ist das lange nicht so schlimm, als wenn ihm das bei "Nur zu Besuch" passiert.

Marco (15) aus Niederurnen:

??? Habt ihr auch Haustiere?

!!! Kuddel:
Ich habe drei Hunde, einen Beagle, einen Podenco und einen Mischling, und außerdem noch vier Katzen. Es fing mit einer Katze an, plötzlich waren es zwei, dann kam noch eine aus dem Tierheim dazu usw. Da ich jetzt mit meiner Familie seit einiger Zeit auf dem Land wohne, ist das alles aber auch kein Problem mehr. Es kam nur ein neues Problem hinzu: Die Jäger sind hier etwas schießwütig! Ein Jäger hat mich letztens erwischt, wie ich mit den Hunden ohne Leine unterwegs war, und der wollte wirklich schon mit der Knarre auf die los. Der hat mich dann ziemlich zusammengefaltet (lacht).

Christian (21) aus Grimma:

??? Wann seid ihr euch zum ersten mal über den Weg gelaufen?

!!! Kuddel:
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich Campi zum ersten Mal begegnet bin. Das war 1980, und ich war zusammen mit Freunden auf dem Weg ins Okie-Dokie, dem legendären Mekka der Punks in Neuss. Damals ist Campi einfach gut gelaunt in unsere Straßenbahn zugestiegen. Und er hatte natürlich seinen Koffer dabei - mit lauter Sachen, die er für einen Gig benötigte: Taucherbrille, Mikrophon, Zauberkasten, Trompete usw. Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt nicht, dass an diesem Tag ZK im Okie-Dokie spielte, geschweige denn, dass Campi der Sänger von ZK war. In der Bahn herrschte aber auf jeden Fall von da an super Stimmung, was sich beim Konzert noch steigern sollte. Ich weiß noch, dass ich während des Konzertes gedacht habe: Mann, das wäre ja das absolut Größte, in so einer Band mitzuspielen! Mit Punk hatte ich allerdings bis dahin eigentlich noch nicht viel zu tun gehabt - außer dass ich 1977 in Montreal die Ramones und Lurkers gesehen hatte. Ein paar Tage später rief dann aber Fabsi, der Schlagzeuger von ZK, bei mir an und fragte, ob ich nicht mal in den Proberaum kommen könnte, weil sie einen Gitarristen suchten. So wurde ich Mitglied bei ZK und lernte kurz darauf auch Andi kennen, der schon damals ein guter Freund von Campi war. Andi ist ja damals auch immer mit ZK rumgereist, hat Fotos gemacht und mit der Anlage geholfen.

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