Fragen und Antworten
Andreas (17) aus Bad Harzburg:

??? Wie wird man bei euch Roadie?

!!! Andi: Nun, das ist nicht gerade der klassische Lehrberuf. Ich habe ja
selber so angefangen bei ZK, natürlich ohne jede Ausbildung. Obwohl es damals eigentlich keine großartigen
Instrumente gab, die man aufbauen musste. Die gesamte Backline passte zusammen
mit der Band und Crew locker in einen Ford Taunus Kombi, aber darum ging es ja auch nicht. Ich wollte rumfahren und
etwas erleben und das habe ich dann auch in vollen Portionen.
Letztendlich sollte das auch heute noch der Hauptgrund sein, sowas machen zu
wollen. Die Zeiten haben sich natürlich geändert, und heutzutage sollte man schon ein paar Voraussetzungen
erfüllen, um diesen Job zu machen. Wenn man z.B. Gitarrenroadie werden will, ist es hilfreich auch
zu wissen, wie man so ein Ding stimmt. Das ist auch der Grund, warum viele Roadies
selber Musik machen. Bei uns ist aber noch etwas anderes extrem wichtig: Beide Seiten müssen Bock
dazu haben, gemeinsam durch die Gegend zu fahren. Touren sind bei uns ja schon
mal etwas länger, und da fährt man dann halt gern mit Leuten rum, die man mag.
Letztendlich kannten wir fast alle Roadies bei uns schon vorher privat gut, und es gab eigentlich nie
sowas wie eine Bewerbung. Wie Kathleen, Nopper und Steve bei uns Roadie geworden sind könnt Ihr
übrigens hier auf dieser Seite nachlesen unter
"Freunde des Hauses". Die machen ihren Job
aber verdammt gut und somit wird wohl in nächster Zeit keine Stelle frei werden.
Lennart (13) aus Gütersloh:

??? Was war das Peinlichste was ihr auf Tour gemacht habt?

!!! Andi: Da gibt es natürlich jede Menge, aber Spitzenreiter dürfte nach
wie vor unser Konzert im Volkshaus in Zürich sein. Die beiden letzten Konzerte der "Kreuzzug
ins Glück"-Tour 1990 fanden in Zürich statt, und wir hatten uns bis dahin wirklich am Riemen gerissen.
Wir wollten auf keinen Fall einen Tourabbruch durch zu exessives Feiern riskieren,
und darum haben wir uns für unsere damalige Zeit unterwegs fast mönchsmässig verhalten. Da Zürich aber die letzten
beiden Konzerte waren, dachten wir, wir hätten es geschafft und man könnte jetzt schon mal feiern. Leider
wurde daraus eine 48 Stunden Party mit allem was dazu gehört, und wir sind praktisch aus dem Partyzimmer
zur Halle gefahren. Als wir auf die Bühne gegangen sind, hat sich Campino erstmal der Länge
nach hingelegt. Wölli war nicht mehr in der Lage seine Schlagzeugstöcke zu halten. Die Roadies
haben dann versucht, sie mit Klebeband an seinen Händen festzumachen, was natürlich überhaupt nicht
geklappt hat. Wir waren vollkommen am Ende und nicht in der Lage, ein Stück halbwegs fehlerfrei zu spielen.
Die 2.500 Züricher haben zwar versucht, uns Mut zu machen und uns aufzubauen, aber es ging einfach gar nichts
mehr. Wir konnten unsere eigenen Stücke nicht mehr spielen und mussten das Konzert nach 20 Minuten
abbrechen. Ich glaube, etwas Peinlicheres ist uns nie wieder passiert. Aber letztendlich
lernt man daraus natürlich, und seitdem setzen wir solche Partys eher in der tourfreien Zeit an. Das zweite Konzert
haben wir dann übrigens komplett nüchtern wieder hinbekommen.
Lina (21) aus Köln:

??? Könnt ihr euch vorstellen, ähnlich wie auch andere deutsche Bands, mal
ein Unplugged-Konzert zu geben?

!!! Andi: Das haben wir eigentlich schon seit einigen Jahren auf unserer Wunschliste, aber leider
hat es bis jetzt nie so richtig reingepasst. Da gibt es ja genügend Beispiele, wo solche Konzerte
hervorragend funktioniert haben. Nirvana unplugged halte ich z.B. für mit das Beste was sie jemals
gemacht haben. Die Fantastischen Vier waren in Ordnung, und auch die Ärzte mit "Rock'n'Roll Realschule"
fand ich wirklich gut. Auf jeden Fall ist es eine reizvolle Aufgabe seine Stücke einmal so zu
interpretieren, und ich glaube schon, dass wir das irgendwann einmal ausprobieren werden.
Angie (21) aus München:

??? Wenn ihr die Möglichkeit hättet, ein Gesetz in Deutschland zu erlassen oder
abzuschaffen, welches wäre das?

!!! Andi: Ich würde den Artikel 16 wieder in seiner ursprünglichen Form im Grundgesetz
installieren: Politisch Verfolgte geniessen Asyl. Punkt. Mit der damaligen Grundgesetzänderung hat
sich dieses Land wirklich ein Armutszeugnis ausgestellt. Da dies aber sicherlich nicht passieren wird,
kann ich an dieser Stelle nur an die Kampagne von Pro Asyl verweisen "Hiergeblieben, Recht auf
Bleiberecht". Informationen dazu findet ihr hier auf dieser Seite unter
Pro Asyl.
Michi (20) aus Seligenstadt:

??? Welche Schlagzeile würdet ihr gerne über euch lesen?

!!! Andi: Ich kann nur sagen, welche ich nicht lesen möchte:
"Was machen eigentlich Die Toten Hosen?" auf der letzten Seite im Stern.
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