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02.10.2003 - Teil 6 mit Breiti

Nachdem jedes Bandmitglied mittlerweile schon einmal dran war, eröffnen wir die zweite Runde mit Breiti, der auch diesmal wieder ausführlich auf fünf Eurer dringendsten Fragen antwortet.

Hier könnt Ihr online Eure Fragen stellen:

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Fragen und Antworten

Daniela (22) aus Mühlheim:

??? In welchen Situationen seid Ihr zu Gewalt bereit?

!!! Breiti:
In Notwehr. Wenn ich angegriffen werde, und es heißt: Der oder ich. Speziell wenn es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt bzw. um eine, in der meine Gesundheit bedroht wird. Grundsätzlich lehne ich Gewalt aber ab. Deswegen habe ich auch den Kriegsdienst verweigert. Wenn ich aber an ein Regime denke wie zum Beispiel Nazi-Deutschland, das auch noch von einem Großteil der Bevölkerung unterstützt wurde, weiß ich nicht, ob man so etwas mit friedlichen Mitteln verhindern kann. Ich weiß nicht, ob ich mich in einer solchen Situation nicht eher für die Gewalt entscheiden würde. Dabei würde man zwar ein hohes persönliches Risiko eingehen, hätte aber noch irgendwie die Chance, aktiv etwas tun zu können. Gandhi hat sich ja unbewaffnet der Staatsmacht entgegen gestellt und mußte abwarten, was da auf ihn zukommt. Wahrscheinlich gehört dazu viel mehr Mut, als auf Gewalt als Mittel zurückzugreifen!

Albrecht (13) aus Schöppingen:

??? Was war der schlimmste Zustand, in dem Du ein anderes Bandmitglied während der "Auswärtsspiel"-Tour gesehen hast?

!!! Breiti:
Die schlimmsten bzw. unterhaltsamsten Zustände ergeben sich auf Tour meistens, wenn man nach einem Konzert eine lange Busfahrt hat, am besten die ganze Nacht hindurch. Wenn dann noch Leute von der Crew mit uns im Bus sitzen, ergeben sich die besten Parties, auch weil man eh nicht weg kann. Und an Schlaf ist ja auch nicht zu denken, solange die Anderen noch rumtoben. Deshalb geht es da immer am weitesten - und wer dabei eigentlich immer ganz weit vorne liegt, das ist Vom. Der outet sich ab einer gewissen Uhrzeit immer wieder als der geborene Entertainer. Er ist dann meistens derjenige, der die ganzen Anderen unterhält - und der dann auch entsprechend aussieht am nächsten Morgen! Vom liegt in dieser Rangliste wirklich ziemlich weit vorne (lacht).

Paddy (25) aus Hagen:

??? Welche Eigenschaften hasst Ihr an Euren Bandmitgliedern am meisten?

!!! Breiti:
An Campino, dass er einfach immer zu spät kommt und sich das wahrscheinlich auch in 100 Jahren nicht gebessert haben wird. An Kuddel, dass er sich im Proberaum oder auf der Bühne immer tierisch laut dreht und man ihm erstmal sagen muss, dass er sich leiser machen soll. An Vom, dass er immer seine Flugtickets oder seinen Reisepass vergisst und man immer am Flughafen oder an der Passkontrolle steht und in Panik eine Notlösung mit dem Zoll aushandeln muss. Oder einer muss wieder zurück ins Hotel fahren oder einer vom Hotel muss zum Flughafen kommen, damit Vom dann letztendlich auch mitfahren kann. Das hat bei Vom auch nichts mit dem Abend vorher zu tun, das ist ein grundsätzlicher Charakterzug von ihm. Der kann zehn Stunden lang geschlafen haben, und es endet doch wieder auf diese Weise.

Die beste Geschichte ist uns mal in Wien passiert. Vom hatte in der Hotellobby extra sein Ticket und seinen Pass in der Hand, um beide Dokumente diesmal auf gar keinen Fall zu vergessen und beruhigte uns sogar noch mit den Worten: "Diesmal geht nichts schief." Nach einer halben Stunde Fahrt im Taxi meinte er dann aber plötzlich: "Oh, wo ist mein Ticket und wo ist mein Pass?" Unser Tourleiter Kiki war damals zum Glück noch im Hotel - und hat die Sachen dann in der Hotellobby unter dem Teppich gefunden! Weder Vom noch sonst irgendjemand weiß bis heute, wie die dahin gekommen sind. In dieser Hinsicht ist Vom wirklich überhaupt nicht zu gebrauchen. Doch wichtiger als sein Umgang mit Reisedokumenten ist, dass er mit seinem Schlagzeug umgehen kann. Man muss halt nur immer ein wenig aufpassen, dass er auch am nächsten Konzertort ankommt (lacht). Da wir jetzt alle langsam deutlich schwerhörig sind, nervt an Andi am meisten, dass er manchmal dermaßen nuschelt, dass er auch für Normalhörende kaum zu verstehen ist. Bei mir würden die Anderen vielleicht bemängeln, dass ich zu ruhig bin. Keine Ahnung! Von sich selbst hat man ja keine distanzierte Wahrnehmung. Aber vielleicht drehe ich mich im Proberaum ja auch immer total laut und bin nur sauer, dass Kuddel noch lauter ist...

Toni (15) aus Saarbrücken:

??? Wie würdet Ihr bevorzugt sterben wollen?

!!! Breiti:
Über die Art und Weise habe ich mir mal mit Mitte 20 Gedanken gemacht. Da hatte ich meine Midlife-Crisis und habe gemerkt, dass es irgendwann auch mit mir zu Ende ist. Da habe ich mir damals überlegt, was ich noch alles im Leben machen möchte und ziemliche Panik gekriegt, ob ich das noch alles hinkriege. Seitdem ich aber da drüber hinweg bin, sehe ich der ganzen Angelegenheit gelassen entgegen. Der einzige Wunsch, den ich habe - wie wohl jeder Andere auch - dass es kurz und schmerzlos passiert. Auf Qualen ohne Ende und Monate im Krankenhaus, abhängig von irgendwelchen Maschinen, aber trotzdem noch bei Bewusstsein, darauf würde ich gerne verzichten.

Kerstin (14) aus Ellrich:

??? Was würdet Ihr tun, wenn Ihr für zwei Stunden eine Frau wärt?

!!! Breiti:
Das ist eine hochinteressante Frage. Wahrscheinlich würde man in den zwei Stunden mehr über Frauen lernen als sonst in seinem ganzen Leben - weil man doch in vielen Dingen einen komplett anderen Blickwinkel hat. Und auch wenn es da massive charakterliche Unterschiede oder verschiedene Lebensumstände gibt, weshalb sich Menschen desselben Geschlechts verschieden entwickeln, scheinen mir doch ein paar grundsätzliche Dinge immer gleich zu sein. Speziell wenn man versucht, sich zusammen zu tun, scheinen gewisse Verhaltensweisen oder Abläufe immer die gleichen zu sein. Deswegen: Auch wenn ich die zwei Stunden hätte und viel über Frauen dazulernen würde, wäre hinterher wahrscheinlich doch wieder alles gleich... Möglicherweise hätte ich dann aber einen besseren Blick und mehr Verständnis für das eine oder andere. Keine Ahnung!

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