Fragen und Antworten
Daniela (22) aus Mühlheim:

??? In welchen Situationen seid Ihr zu Gewalt bereit?

!!! Breiti: In Notwehr. Wenn ich angegriffen werde, und es heißt: Der oder ich. Speziell
wenn es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt bzw. um eine, in der meine Gesundheit
bedroht wird. Grundsätzlich lehne ich Gewalt aber ab. Deswegen habe ich auch den Kriegsdienst
verweigert. Wenn ich aber an ein Regime denke wie zum Beispiel Nazi-Deutschland, das auch noch
von einem Großteil der Bevölkerung unterstützt wurde, weiß ich nicht, ob man so etwas mit
friedlichen Mitteln verhindern kann. Ich weiß nicht, ob ich mich in einer solchen Situation
nicht eher für die Gewalt entscheiden würde. Dabei würde man zwar ein hohes persönliches
Risiko eingehen, hätte aber noch irgendwie die Chance, aktiv etwas tun zu können. Gandhi
hat sich ja unbewaffnet der Staatsmacht entgegen gestellt und mußte abwarten, was da auf
ihn zukommt. Wahrscheinlich gehört dazu viel mehr Mut, als auf Gewalt als Mittel
zurückzugreifen!
Albrecht (13) aus Schöppingen:

??? Was war der schlimmste Zustand, in dem Du ein anderes Bandmitglied während
der "Auswärtsspiel"-Tour gesehen hast?

!!! Breiti: Die schlimmsten bzw. unterhaltsamsten Zustände ergeben sich auf Tour meistens,
wenn man nach einem Konzert eine lange Busfahrt hat, am besten die ganze Nacht hindurch. Wenn
dann noch Leute von der Crew mit uns im Bus sitzen, ergeben sich die besten Parties, auch weil
man eh nicht weg kann. Und an Schlaf ist ja auch nicht zu denken, solange die Anderen noch
rumtoben. Deshalb geht es da immer am weitesten - und wer dabei eigentlich immer ganz weit
vorne liegt, das ist Vom. Der outet sich ab einer gewissen Uhrzeit immer wieder als der geborene
Entertainer. Er ist dann meistens derjenige, der die ganzen Anderen unterhält - und der dann
auch entsprechend aussieht am nächsten Morgen! Vom liegt in dieser Rangliste wirklich ziemlich
weit vorne (lacht).
Paddy (25) aus Hagen:

??? Welche Eigenschaften hasst Ihr an Euren Bandmitgliedern am meisten?

!!! Breiti: An Campino, dass er einfach immer zu spät kommt und sich das wahrscheinlich auch in
100 Jahren nicht gebessert haben wird. An Kuddel, dass er sich im Proberaum oder auf der Bühne immer
tierisch laut dreht und man ihm erstmal sagen muss, dass er sich leiser machen soll. An Vom, dass er
immer seine Flugtickets oder seinen Reisepass vergisst und man immer am Flughafen oder an der
Passkontrolle steht und in Panik eine Notlösung mit dem Zoll aushandeln muss. Oder einer muss wieder
zurück ins Hotel fahren oder einer vom Hotel muss zum Flughafen kommen, damit Vom dann letztendlich
auch mitfahren kann. Das hat bei Vom auch nichts mit dem Abend vorher zu tun, das ist ein grundsätzlicher
Charakterzug von ihm. Der kann zehn Stunden lang geschlafen haben, und es endet doch wieder auf diese
Weise.
Die beste Geschichte ist uns mal in Wien passiert. Vom hatte in der Hotellobby extra sein Ticket und
seinen Pass in der Hand, um beide Dokumente diesmal auf gar keinen Fall zu vergessen und beruhigte
uns sogar noch mit den Worten: "Diesmal geht nichts schief." Nach einer halben Stunde Fahrt im Taxi
meinte er dann aber plötzlich: "Oh, wo ist mein Ticket und wo ist mein Pass?" Unser Tourleiter Kiki
war damals zum Glück noch im Hotel - und hat die Sachen dann in der Hotellobby unter dem Teppich
gefunden! Weder Vom noch sonst irgendjemand weiß bis heute, wie die dahin gekommen sind. In dieser
Hinsicht ist Vom wirklich überhaupt nicht zu gebrauchen. Doch wichtiger als sein Umgang mit
Reisedokumenten ist, dass er mit seinem Schlagzeug umgehen kann. Man muss halt nur immer ein
wenig aufpassen, dass er auch am nächsten Konzertort ankommt (lacht). Da wir jetzt alle langsam
deutlich schwerhörig sind, nervt an Andi am meisten, dass er manchmal dermaßen nuschelt, dass er
auch für Normalhörende kaum zu verstehen ist. Bei mir würden die Anderen vielleicht bemängeln,
dass ich zu ruhig bin. Keine Ahnung! Von sich selbst hat man ja keine distanzierte Wahrnehmung.
Aber vielleicht drehe ich mich im Proberaum ja auch immer total laut und bin nur sauer, dass
Kuddel noch lauter ist...
Toni (15) aus Saarbrücken:

??? Wie würdet Ihr bevorzugt sterben wollen?

!!! Breiti: Über die Art und Weise habe ich mir mal mit Mitte 20 Gedanken gemacht. Da hatte
ich meine Midlife-Crisis und habe gemerkt, dass es irgendwann auch mit mir zu Ende ist. Da habe
ich mir damals überlegt, was ich noch alles im Leben machen möchte und ziemliche Panik gekriegt,
ob ich das noch alles hinkriege. Seitdem ich aber da drüber hinweg bin, sehe ich der ganzen
Angelegenheit gelassen entgegen. Der einzige Wunsch, den ich habe - wie wohl jeder Andere auch -
dass es kurz und schmerzlos passiert. Auf Qualen ohne Ende und Monate im Krankenhaus, abhängig
von irgendwelchen Maschinen, aber trotzdem noch bei Bewusstsein, darauf würde ich gerne verzichten.
Kerstin (14) aus Ellrich:

??? Was würdet Ihr tun, wenn Ihr für zwei Stunden eine Frau wärt?

!!! Breiti: Das ist eine hochinteressante Frage. Wahrscheinlich würde man in den zwei Stunden
mehr über Frauen lernen als sonst in seinem ganzen Leben - weil man doch in vielen Dingen einen
komplett anderen Blickwinkel hat. Und auch wenn es da massive charakterliche Unterschiede oder
verschiedene Lebensumstände gibt, weshalb sich Menschen desselben Geschlechts verschieden
entwickeln, scheinen mir doch ein paar grundsätzliche Dinge immer gleich zu sein. Speziell wenn
man versucht, sich zusammen zu tun, scheinen gewisse Verhaltensweisen oder Abläufe immer die
gleichen zu sein. Deswegen: Auch wenn ich die zwei Stunden hätte und viel über Frauen dazulernen
würde, wäre hinterher wahrscheinlich doch wieder alles gleich... Möglicherweise hätte ich dann
aber einen besseren Blick und mehr Verständnis für das eine oder andere. Keine Ahnung!
|