Kurzinterview mit Sven:
Du hast Dein erstes DTH-Konzert im Jahr 1984 gesehen. Was war typisch für einen Gig dieser Zeit?
Mein erstes Hosen-Konzert war schon genial, weil ich damals gar nicht so genau wusste, worauf ich mich einlasse. Ich bin mehr oder weniger aus Zufall darüber gestolpert. Die Leute im Publikum waren damals schon sehr bunt und punkig so dass ich nicht so wirklich da rein passte. Und so richtig viele Songs hatten die Hosen zu der Zeit ja auch noch nicht…
In was für einem Club haben die Hosen damals gespielt?
Das Old Daddy in Oberhausen-Sterkrade war eine kleine Disco, in der circa 500 Leute Platz hatten. Es hatte ansonsten nicht den allzu besten Ruf, und das Publikum war halt auch sehr gemischt. Da sind ansonsten Extrabreit, Bollock Brothers, Die Mimmis und Schließmuskel aufgetreten. Es gab da auch mal ein kleines Festival mit den Hosen und den Blueberry Hillbillies, wenn ich mich richtig erinnere. Das muss so 1986/87 gewesen sein. Wenn man früher nicht gerade zufällig Plakate gesehen hat, ist man durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf das Konzert aufmerksam geworden Bei den Tickets galt ungefähr das Gleiche wie heute: Wenn man Glück hatte, konnte man welche im Vorverkauf kriegen, aber falls nicht, gab es am Eingang notfalls auch welche unter der Hand. Als wir mit vier Leuten zwei Wochen lang die „Auf dem Kreuzzug ins Glück“-Tour mitgefahren sind, hatten wir auch mal freien Eintritt.
Wie hast Du die Tage im Burgtheater in Wien erlebt?
Burgtheater war auf jeden Fall ein Highlight. Die Stimmung war irgendwie sonderbar, weil keiner so genau wusste, was einen erwartet. Klasse war natürlich auch, dass die Leute so diszipliniert waren und doch voll mitgegangen sind, was später auf der DVD oder im Fernsehen gar nicht so rüber kommt. Man hätte auf der DVD auch ruhig mal ein paar Pannen einspielen sollen oder mehr vom Publikum. Auch im Bereich vor dem Theater war eine ganz tolle Stimmung, vor und nach dem Konzert, und man ist mit Fans aus ganz Deutschland ins Gespräch gekommen und hat die ganze Nacht gefeiert. Wir haben sehr viel von Wien gesehen, weil wir noch bis Sonntag da waren und immer wieder Fans getroffen. Musikalisch hat mich „Popmusik“ am meisten beeindruckt, weil ich mich zeitweise auf den Konzerten schon sehr alt fühle zwischen den ganzen jungen Fans.
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