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Fan des Monats //
Juni 2007

Eva Wernitznig (27 Jahre) aus Wien/Österreich

Wenn die Hosen in den letzten Jahren in Wien spielten, war Eva Wernitznig eigentlich immer vor Ort, sei es in der Arena oder im Burgtheater. Die 27-Jährige weiß aber auch davon zu erzählen, wie man zwei Tage in der Bahn unterwegs ist (und um 5:30 Uhr in der Früh in Naumburg/Saale aussteigen muss), nur um ein paar Stunden in Leipzig zu verbringen. Die Strapazen ergaben sich natürlich aus der Tatsache, dass die Hosen im Oktober 2003 im dortigen Conne Island spielten.

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Wann und wo war dein erstes Hosen-Konzert? An welches Hosen-Konzert hast du die beste Erinnerung (warum?)?
18.05.1996, Stadthalle Wien 18.05.1996, Stadthalle Wien. Das wird mir ewig in Erinnerung bleiben, weil es das erste Konzert war. Damals hab ich noch nicht in Wien gewohnt, ich bin mit meinem Freund mit dem Zug rausgefahren. Ich hatte vorher noch nie so eine Stimmung erlebt wie bei diesem Konzert. Es war einfach nur geil. Obwohl ich einen Turnschuh (mit Fuß dran!) ins Gesicht bekommen hab, und danach tierisch Nasenbluten hatte. Zuerst hatte ich fast keinen Platz zum Stehen, dann plötzlich sehr viel:-) Ich war von oben bis unten blutig, meine Jeans, mein „Ficken, Bumsen, Blasen“ T-Shirt, meine weißen Turnschuhe. Alles voll. Ich sah aus, wie nach einer Schlägerei. Wir sind dann mit dem Zug nach Hause gefahren, da kamen dann Kommentare von anderen Hosen-Fans: Boah, die hat sich's aber gegeben. Ich konnte nur lachen, habe mir im Zugsklo ein sauberes T-Shirt angezogen und notdürftig mein Gesicht sauber gemacht. Das war das beste Konzert, das ich je erlebt habe... Leider musste ich zu Hause mein „Ficken, Bumsen, Blasen“ T-Shirt wegen dem Blut in die Wäsche geben. Und
plötzlich war es nicht mehr da... Meine Mutti hat es in einen Rotkreuz-Sack auf dem Dachboden gesteckt, und mein Papa hat mir eine Moralpredigt gehalten, wie enttäuscht er doch wäre, dass ich mit so einem T-Shirt rumlaufe:-). Ich habe das T-Shirt natürlich wieder aus dem Sack rausgeholt.
Und an welches die schlechteste? Was war die beste Aktion, die Du bei den Hosen je auf der Bühne gesehen hast?
Arena, 2002: Da ist meine Brille zu Bruch gegangen, weil ich mit dem Gesicht im Dreck gelandet bin. Ich hatte meinen Freund verloren. Gott sei Dank hat mich dann jemand vom Boden aufgehoben. Den im Sitzen singenden Campi beim Unplugged im Burgtheater:-)
Was waren die besten und schlechtesten Hallen, in denen Du die Hosen je gesehen hast? Was war Dein erstes Hosen-Auswärtsspiel (d.h. Konzert außerhalb Deiner Heimatstadt)?
Am besten: Wien, Arena und Burgtheater. Die Arena ist halt einfach geil, weil Open-Air. Da bekommt man gut Luft… Das Burgtheater war auf jeden Fall sehr ungewöhnlich. Nicht so gut fand ich die BA-CA-Halle in Wien. Die Halle ist halt einfach nicht so schön. 18.05.1996, Wien. Da wohnte ich noch in Kärnten bei meinen Eltern und musste gut 400 Kilometer nach Wien fahren.
Was war Deine weiteste Anreise zu einem Hosen-Konzert? Was ist zur Zeit Dein DTH-Lieblingssong?
Leipzig, Conne Island, 2003. Wie üblich mit dem Zug. Nachtzug, Sparticket um 29 Euro von Wien-Westbahnhof nach Naumburg. Da mussten wir um 4:30 Uhr oder so, auch noch umsteigen, weil der eine Zug nicht nach Leipzig durchging damals. Sehr lustig, der kleine Bahnhof in Naumburg:-) „Daydreaming“; kann ich nicht näher erklären, ich bin halt einfach oft so ein Tagträumer:-)
Welchen Musiker einer anderen Band würdest Du gerne bei den Hosen spielen sehen? Welche drei anderen Bands magst Du/ magst Du am wenigsten?
Steven Tyler:-) Mag ich: Green Day (geile Musik, geiler Sänger), Aerosmith (der Sänger ist hier zwar weniger geil, dafür ist die Musik echt super!), Nickelback (einfach gute Musik). Mag ich nicht: Allerlei Casting-Band-Blödsinn, Boybands, Volksmusik- und Schlagerbands, die meine Eltern hören (deshalb habe ich, wenn ich mit meiner Mutti im Auto fahre, immer meinen MP3-Player auf, das würde ich sonst nicht aushalten).

Wenn Du nach einem Hosen-Konzert ein Souvenir von der Bühne mitnehmen könntest, was wäre das? Das Verrückteste, was Du für die Hosen tun würdest?
Das T-Shirt von Campi. Warum? Ganz einfach, der hat halt immer geile T-Shirts an. Nach Buenos Aires fliegen, wenn ich das Geld dazu hätte.
Das Verrückteste, was Du für die Hosen bereits getan hast? Sonstige Kommentare:
Die ewig lange Fahrt nach Leipzig für nur zwei Tage Aufenthalt:-)

Ich bin nicht so gut im „sonstige Kommentare“ schreiben. Was soll ich sagen? Liebe Hosen, bleibt einfach so, wie ihr seid, geht weiterhin auf Tour, dann passt schon alles:-)

Kurzinterview mit Eva:

Wie lange warst Du insgesamt mit dem Zug von Wien nach Leipzig unterwegs?

Nach Leipzig waren wir (mein Freund Roman, der immer treuer Begleiter auf meinen Hosen-Reisen ist, und ich) fast genau zwölf Stunden in eine Richtung unterwegs. Wir sind mit dem „SparNight“-Angebot im Nachtzug gefahren, da das recht günstig war, denn wir konnten uns als arme Studenten ja kein teureres Ticket leisten. Es gab damals keinen Zug, der durchgehend nach Leipzig ging, also mussten wir um 5:30 Uhr in der Früh in Naumburg/Saale aussteigen und dort eine Stunde auf den Anschlusszug nach Leipzig warten. Wir waren so müde von der Fahrt im normalen Sitzwagen, dass wir kaum unsere Augen offen halten konnten. Es war saukalt damals, daran kann ich mich noch gut erinnern, und der Bahnhof ziemlich klein und schäbig. Irgendwie haben wir dann die Stunde rumgebracht und sind in den Anschlusszug nach Leipzig gestiegen. Am Leipziger Bahnhof gab es dann Frühstück bei McDonalds, und dann haben wir dort noch einmal eine Stunde gewartet, weil dieser „Leipzig Tourist Service“, wo man die „Leipzig Card“ für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen kann, erst um 9 Uhr aufmachte. Dann haben wir unser Gepäck am Bahnhof eingeschlossen, weil wir unser Zimmer im Jugendgästehaus erst zu Mittag beziehen konnten, und haben gleich total übermüdet eine Tour durch Leipzig gemacht und gleich den Weg zum Conne Island abgecheckt. Gegen Mittag ging es dann ins Jugendgästehaus, wo wir dann vor lauter Müdigkeit sofort in unserem Zimmer eingeschlafen sind. Gott sei Dank hatten wir einen Wecker dabei, sonst hätten wir das Konzert womöglich noch verpasst. Blöd war, dass dieses Gästehaus total am anderen Ende der Stadt war – aber das war halt die billigste Unterkunft, da nimmt man gern eine längere Fahrt zum Konzert in Kauf. Als wir dann am Abend ins Conne Island kamen, waren alle Strapazen vergessen. Die Location war einfach genial – ein Konzert in so kleinem Rahmen haben wir vorher noch nie erlebt. Das war echt etwas ganz Besonderes, dass wir hier dabei sein konnten. Die Konzertkarten waren auch super: Bierdeckel – da mussten wir schon lachen! Außerdem war es auf dem Hof, bevor wir auf den Einlass gewartet haben, schon genial: Kuddel lief draußen herum und unterhielt sich mit den Fans. Dass die Hosen sich einfach so unter die Fans mischen, hatte ich vorher noch nie erlebt.

Inwiefern unterscheidet sich das deutsche und österreichische Publikum?

Mir persönlich ist es noch nie aufgefallen, dass es zwischen österreichischem und deutschem Publikum bei den Konzerten wesentliche Unterschiede gibt (bis auf den Sprache:-)). Ich habe das Gefühl, dass bei einem Hosen-Konzert die Nationalitätsunterschiede verschwimmen, weil die Hosen-Fans durch die Musik ihrer Lieblingsband alle miteinander verbunden sind, und es einfach darum geht, dass alle Spaß haben, einen netten Abend verbringen und Party machen. Campino macht bei den Österreich-Konzerten schon oft Ansagen, die nur auf Österreich passen, z.B. etwas zur aktuellen politischen Lage. Außerdem ändert er oft Liedertexte, wie z.B. bei „Bayern“, wo es ja im Original heißt: „... ich hätt' auch schon für Deutschland gespielt.“ Da hat er natürlich hier in Österreich „...für Österreich...“ gesungen. Und beim ersten Arena-Konzert 2005 wurde mir bei „Feuer frei“ ganz warm ums Herz (obwohl ich schon Frostbeulen hatte von der Kälte):-), als Campi plötzlich vom Chelsea und vom U4 gesungen hat – das fand ich besonders sympathisch. Außerdem fand ich es gut, dass Campi „Singin' in the rain“ gesungen hat, weil es an dem Abend wie aus Kübeln geschüttet hat – okay, das ist jetzt nicht gerade ein Lied spezifisch für Österreich, aber es war ziemlich passend für den Abend! Beim „Unplugged“-Konzert hatte ich das Gefühl, dass mehr Deutsche da waren als Österreicher, aber das liegt wohl auch daran, dass Deutschland wesentlich mehr Einwohner hat und daher wohl zwangsläufig auch wesentlich mehr Hosen-Fans, und da das ein so besonderes Event war, ließen sich es viele deutsche Hosen-Fans nicht entgehen und nahmen die weite Fahrt wohl gerne in Kauf. Ich selbst war damals in Begleitung meiner Freundin Stephy aus Dortmund dort, die extra für das Konzert angereist war. Ich persönlich sehe die Hosen eher als deutschsprachige Band, nicht so sehr als deutsche Band. In österreichischen Medien liest oder hört man aber schon oft den Zusatz „deutsche Punkrockband“ oder „Punkrockband aus Düsseldorf“, wenn über die Hosen berichtet wird. Für mich macht das aber keinen großen Unterschied, ob eine Band aus Österreich oder aus Deutschland kommt – Hauptsache, die Musik ist gut! Generell fällt es mir sehr schwer, Hosen-Konzerte an verschiedenen Orten miteinander zu vergleichen, da jedes Konzert etwas für sich hat, etwas Spezielles und Individuelles. Für mich ist jedes Konzert echt einmalig und einzigartig. Das Unplugged in meiner Wahlheimat Wien war total super, obwohl ich nur völlig unspektakulär mit der U-Bahn angereist bin. Das Auswärtsspiel in Leipzig war ebenfalls genial, aber wieder ganz was anderes – sowohl die Location, als auch die Fahrt dorthin:-).

Es ist ja durchaus ungewöhnlich, dass Du einen englischen Song der Hosen als Lieblingslied nennst. Welche anderen DTH-Stücke auf Englisch zählen zu Deinen Favoriten?

Außer „Daydreaming“ gefällt mir von den englischen Stücken z.B. „Pushed again“ total gut. Das war die erste Hosen-Single, die ich mir gekauft habe. Komischerweise fand ich das zuerst gar nicht so gut, doch nach dem dreißigsten Mal anhören, hat es mich nicht mehr losgelassen. „Sexual“ mag ich auch total gerne. Außer den Liedern, die original in Englisch geschrieben wurden, finde ich auch einige Übersetzungen von deutschen Versionen sehr gelungen, z.B. „Til' to the bitter end“, „All for the Sake of Love“, „Here comes Alex“, „Put your money where your mouth is (Buy me)“ und „My Land“. Obwohl mir auch viele englische Lieder der Hosen sehr gut gefallen, bin ich sehr froh, dass die Hosen überwiegend auf Deutsch singen, da ich die Texte in meiner Muttersprache halt immer noch am besten verstehe. Ich wünsche mir deshalb auch nicht, dass auf dem nächsten Album mehr englische Lieder drauf sind. Aber ich finde es gut, dass ab und zu englische Lieder auf den Alben eingestreut werden, denn das ist eine gute Mischung, und manche Sachen klingen halt einfach nicht so toll, wenn man sie auf Deutsch ausdrückt – da ist Englisch schon manchmal recht hilfreich, um einiges besser zu umschreiben („Pushed again“ würde auf Deutsch sicher nie so gut und ausdrucksstark klingen!). Einen deutschen Song der Hosen, den ich gern mal auf Englisch hören würde? Ich glaube, eine englische Fassung von „Hofgarten“ würde sehr amüsant klingen:-)