Kurzinterview mit Petra und Ilona:
Da Ihr den Hosen seit 1989 hinterher fahrt: Wie hat sich der Zirkus in den letzten 17 Jahren verändert?
Also im Großen und Ganzen ist schon alles wie früher, aber ein paar kleine feine Unterschiede gibt´s schon. Zum Beispiel singen die Hosen ja beim „Wort zum Sonntag“ "...solang die Wellenreiter lästern, weiß ich, dass es nichts Besseres gibt..." Heute sind genau solche Wellenreiter auch bei Hosen-Konzerten. Klar freuen wir uns total für die Jungs über den großen Erfolg, aber auf solche Fans, die sich in Rottweil total darüber aufgeregt haben, wenn mal ein wenig gepogt wird und Angst um ihr Make-up hatten, können wir nur mit dem Kopf schütteln. Früher war alles irgendwie "familiärer", aber das sind halt kleine Sachen, die einem nach all den ganzen Jahren auffallen. Also, früher war nicht alles besser, sondern nur anders.
Wie unterscheiden sich die Konzerte in kleinen Clubs im Ausland von den großen hierzulande?
Die kleinen Clubs sind vor allem darum klasse, weil man viel näher dran ist, nämlich direkt an der Bühne steht. So erlebt man ein Konzert viel intensiver. Das Publikum im Ausland empfinden wir sehr oft als viel rücksichtsvoller als bei vielen Konzerten bei uns. Da geht auch sehr oft der Punk ab und die Stimmung ist super, aber da kriegt man z.B. nicht extra einen Ellenbogen an den Kopf gerammt, um sich vorzudrängeln. Auf der Zugspitze wurden total viele andere Songs gespielt, so ganz von früher, das passiert auch in den kleinen Clubs schon mal. Ist dann irgendwie super, da freut man sich riesig, ein Lied nach langem nochmal zu hören. Tja, so eine Tourplanung startet bei uns, sobald die Tourdaten raus sind. Da werden die Hotels gebucht (im Auto pennen ist die Hölle und eine Dusche muss einfach sein nach einem Konzert!), und wir tüfteln die günstigsten Routen aus, oder versuchen, an Billigflüge zu kommen. Alles in allem geht so eine Tour natürlich ins Geld, da muss man halt sehr günstig planen. Ach ja, und natürlich sofort einen Urlaubsantrag auf der Arbeit stellen. Da bei so einer Tour natürlich der komplette Jahresurlaub draufgeht, muss man schon ganz genau rechnen, dass man überhaupt auskommt. Ist der Urlaub alle, fährt man halt sofort nach einem Konzert nach Hause, duscht noch schnell und fährt dann sofort zur Arbeit.
Was erlebt man, wenn man mit PKW durch Schweden, Polen oder Tschechien fährt?
Wie wir eben schon erzählt haben, manchmal ist es tatsächlich Hinfahrt-Konzert-Rückfahrt. Nach Paris haben wir das zweimal gebracht, weil wir immer total spontan gefahren sind. In Schweden und Polen ist uns aufgefallen, wie super freundlich und hilfsbereit die Leute dort waren. In Polen hat uns ein netter Mitarbeiter vom Autoverleih bei der Hotelsuche geholfen und ist im Schneesturm mit zum Leihwagen gelatscht und war echt hilfsbereit. Nach Schweden und Polen würden wir gerne nochmal. Nach Prag waren wir ziemlich unter Zeitdruck, da wir vorher noch bei AC/DC in Nürnberg vorbei geschaut haben, wo die Jungs als Vorband auftraten. Manchmal, wenn man halt zu allen Konzerten einer Tour will, hat man leider zu wenig Zeit, Land und Leute kennen zu lernen. Je nachdem, wie lange man gefahren ist, will man auch erst mal ausschlafen und ist zu groggy, noch auf Sightseeing-Tour zu gehen... Das geht dann nur an den Off-Tagen. London ist unsere absolute Lieblingsstadt. Da würden wir total gerne nochmal hin, denn da waren wir mit den Hosen noch nicht.
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