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Fan des Monats //
Juli 2006

Fabian Körner

Fabian Körner (21 Jahre) aus Freiburg hat einige Höhepunkte der letzten Jahre mitgemacht, zum Beispiel „Rock am Ring“, das Unplugged-Konzert in Wien oder die Grillparty auf der Loreley. Wie es war, dorthin mit einem Krankenwagen zu fahren, erzählt er jetzt in unserem Fragebogen.

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Wann und wo war dein erstes Hosen-Konzert? An welches Hosen-Konzert hast du die beste Erinnerung (warum?)?
Das Tourfestival (Grillparty) auf der Loreley in St. Goarshausen, im September 2002.
Rock am Ring, weil ich mit nur fünf Stunden Schlaf von Freitag bis Sonntag am letzten Tag des Festivals ab drei Uhr mittags vor dem ersten Wellenbrecher war, um einen guten Platz sicher zu haben, und das nicht nur überlebt habe sondern auch mehr als entlohnt dafür wurde (und ich meine nicht Avril Lavigne als „Vorband“).
Und an welches die schlechteste? Was war die beste Aktion, die Du bei den Hosen je auf der Bühne gesehen hast?
Loreley, weil ich alleine hinmusste, weil ich mich mit meiner besten Freundin verkracht hatte. Aber das hat eigentlich mit dem Konzert nix zu tun, das war der Wahnsinn! Ich fand die Alphörner bei Abvent in Frankfurt („Die Frankfurter Hölle“, wie die Biermösl Blosn treffend formulierten) als Support für „Madeleine“ genial!
Was waren die besten und schlechtesten Hallen, in denen Du die Hosen je gesehen hast? Was war Dein erstes Hosen-Auswärtsspiel (d.h. Konzert außerhalb Deiner Heimatstadt)?
Beste Hallen: Ganz klar und ohne zögern: Wiener Burgtheater. Einmalige Akustik und einfach richtig verrückt. Außerdem der Nürburgring, der hat einfach richtig Flair und nur die Hosen können diese riesige Bühne stilvoll füllen (in alle Richtungen). Auch gut: Alte Oper in Frankfurt. So nah dran war ich noch nie. Loreley-Tourfestival. Aber in Freiberg waren leider noch nie Hosen-Konzerte, und das obwohl es sogar schon die Ärzte bis in die Nachbarstadt geschafft haben... Ich bin zwar kein Ärzte-Fan, aber das war klasse, weil sie die Beatsteaks mitgebracht haben.
Was war Deine weiteste Anreise zu einem Hosen-Konzert? Was ist zur Zeit Dein DTH-Lieblingssong?
Keine Ahnung, ob Wien oder Düsseldorf weiter weg liegt für mich, ich tippe mal auf Wien. Mit dem Flugzeug hin, angesichts meiner erfreulich billigen Karte fürs Unplugged-Konzert war der Flug aber unverschämt teuer. „Nichts bleibt für die Ewigkeit“. Der Dauerbrenner, machte mich früher total fertig, war mir viel zu Psycho, aber machte gleichermaßen abhängig. Anschließende Depressionen inklusive. In der Unplugged-Version ist er nun endlich vollkommen, die leichten Melodieänderungen mögen winzig erscheinen, bewirken bei mir aber eine vollkommen neue Wahrnehmung des Songs und bauen mich richtiggehend auf. Die Erinnerungen ans Burgtheater tun ihr Übriges und machen dieses Lied zu einer wahren Hymne meines Lebens.
Welchen Musiker einer anderen Band würdest Du gerne bei den Hosen spielen sehen? Welche drei anderen Bands magst Du/ magst Du am wenigsten?
Ich habe mich über Duette mit Ingo von den Donots immer sehr gefreut und würde dies auch jederzeit wieder tun. Welche Bands ich noch mag: Beatsteaks (liegt auf der Hand, ähnlicher Stil, ähnlich vollkommen), Donots („Amplify The Good Times“ ist einfach toll), WIZO (meine Heimband als Schwabe)
Wenn Du nach einem Hosen-Konzert ein Souvenir von der Bühne mitnehmen könntest, was wäre das? Das Verrückteste, was Du für die Hosen tun würdest?
Wäre wohl ein blauer Fleck, weil mich jemand wieder runterschmeißt? Nein, ich bin eigentlich viel zu feige, mal auf die Bühne zu klettern. Habe es nur einmal in Frankfurt in der Alten Oper versucht, war nicht wirklich erfolgreich :) Ich habe vom letzten WIZO-Konzert aller Zeiten ein Grabband mit der Aufschrift „Bleib tapfer!“ mit nach Hause getragen, etwas in der Art, was Trauer mit Hoffnung verbindet, wäre sehr schön. Natürlich hoffe ich, auf ein Souvenir des letzten Hosen-Konzerts noch lange warten zu müssen. Das Verrückteste was ich bisher getan hab, nach Wien zu fliegen ohne jemand zu kennen, der auch hingeht, wurde mit dem Verrücktesten belohnt, was ich je erlebt habe: Hosen covern unplugged im Wiener Burgtheater Beatsteaks, und das Verrückteste: Ich bin dabei! Angesichts dieser Erfahrung würde ich glaube ich noch viele Verrückte Dinge tun!
Das Verrückteste, was Du für die Hosen bereits getan hast? Sonstige Kommentare:
Ich habe mit 7 oder 8 Jahren, das muss ich schätzen, „Hier kommt Alex“ gehört. Außer dieser drei Worte und der Melodie des Refrains habe ich von diesem Lied nichts behalten. Aber ich kann mich ganz genau daran erinnern, wann und wo ich es zum ersten Mal gehört habe, an Weihnachten in der Küche im Radio meiner Mutter. Seit diesem Tag war es mein Lieblingslied und ich habe es oft gesummt (nie gesungen, ich kannte ja den Text nicht). Was ich gerne erzähle, was mir aber nie einer glaubt, ist, dass ich dieses Lied erst 2001 auf Korsika wieder gehört habe, als mir eine Freundin von Punk und den Hosen erzählte. Bis zu diesem Tag war ich kein Musik-Freund, da mir keine Musik gefiel und ich den Punk und ähnliche Richtungen nicht kannte. Seit diesem Tag bin ich Hosen-Fan, aber eigentlich bin ich es schon seit ich „Hier kommt Alex“ im Radio gehört habe. Dieses Lied solange in meinem Herzen getragen zu haben, DAS finde ich verrückt! Außerdem muss ich erwähnen: Im eben ausrangierten Krankenwagen zu Rock am Ring zu den Hosen zu fahren, von unten bis oben beladen mit Grillzeug und Bier. So etwas macht man nicht alle Tage. Ich bin ein junger Fan, konnte ohnehin nie Fan der ersten Stunde sein, da meine erste Stunde später schlug als die der Band, aber ich bereue keine einzige Sekunde. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei der Band, JKP und allen Verantwortlichen zu bedanken, für alles, was sie mich erleben haben lassen.

Vielen Dank für Rock am Ring 2004!
Vielen Dank für MTV Unplugged im Wiener Burgtheater!
Vielen Dank fürs Heimspiel in der LTU Arena!
Vielen Dank für Abvent in der Frankfurter Alten Oper!
Vielen Dank fürs wahnsinnig überlange letzte Konzert vor der Tourpause in Böblingen (2002)!
Vielen Dank für die Loreley-Grillparty!
Nicht zuletzt, vielen Dank für all die anderen „normalen“ Konzerte und all die Konzerte, die

Kurzinterview mit Jessica:

Wie kam es dazu, dass Du zu „Rock am Ring“ mit einem ausrangierten Krankenwagen gefahren bist?

Den Wagen hatten wir von einem Geschäftskollegen eines Kumpels, dessen Quellen sind mir leider nicht bekannt. Der Krankenwagen war zwar ausrangiert, machte optisch aber immer noch einiges her. Einige Motorsport-Aufkleber auf der Außenseite irritierten scheinbar niemanden. So gab es schon auf der Hinfahrt verdutzte Blicke, wenn wir durch die Fenster Bierflaschen in die Fahrerkabine vorgereicht haben (natürlich nur für den Beifahrer), oder unterwegs nach dem Weg gefragt haben. Die Leute sind unheimlich hilfsbereit, wenn man sich aus einem Krankenwagen nach dem Weg erkundigt! Der Einzige, der gleich erkannte, dass wir kein Rettungsteam im Dienst waren, war der Platzwart bei Rock am Ring, der uns nicht auf den schon überfüllten Camping-Platz lassen wollte. Im Nachhinein war das ein Glück, denn so landeten wir auf einem privaten Parkplatz keine 5 Minuten vom Haupteingang entfernt. Während des Festivals kam es noch zu einigen Verwechslungen, wenn Gott sei dank nur leicht verletzte Festival-Besucher bei uns Hilfe suchten, und im Inneren unseres Wagens statt Mullbinden und Rettungskoffern nur Grill und Bierkästen fanden. Aus wesentlich mehr Bestand unsere Ladung tatsächlich auch nicht, und die Nächte wurden großteils um die Ohren geschlagen, denn zwischen Bierkästen und Grill oder in der viel zu engen Fahrerkabine schlief es sich nicht wirklich gut. So kam es auch, dass unser Fahrer nach dem sehr anstrengenden und ereignisreichen Wochenende mit nur 5 Stunden Schlaf seit Freitag uns in der Nacht zum Montag wieder nach Hause fuhr, um anschließend gleich weiter zur Arbeit zu fahren (nicht ohne vorher die ein oder andere Koffein-Tablette genommen zu haben).

Was macht das Besondere eines Festivalkonzerts, speziell bei „Rock am Ring“, aus?

Ein Festival-Konzert ist schon etwas Besonderes, da es Teil einer größeren Veranstaltung ist, auf der man den ganzen Tag oder das ganze Wochenende verbringt. Die Stimmung vor dem Konzert ist eine völlig andere, man wird nicht plötzlich aus dem Alltag gerissen und geht auf ein Konzert, sondern man ist schon Tage vor dem Auftritt der Hosen selbst auf dem Veranstaltungsgelände und hört andere Bands. Meist spielen die Hosen dann als krönender Abschluss, und man geht noch einmal bis an seine Grenzen. Gerade bei Rock am Ring ist natürlich die Größe noch einmal etwas ganz Besonderes, obwohl die Hosen ja auch in Düsseldorf vor beachtlicher Kulisse spielen können. Dafür bieten der Nürburgring und überhaupt Rock am Ring mit seiner ganzen Tradition eine beeindruckende Atmosphäre, die einen einfach mitreißt. Das Publikum scheint sich allerdings kaum vom normalen Konzertpublikum zu unterscheiden, da die Hosen natürlich ein ungeheurer Publikums-Magnet sind und viele Fans mitreisen. Gerade in den vorderen Rängen sieht man daher nur noch Hosen-Fans und man kann vergessen, dass man eigentlich bei Rock am Ring ist. Man kann wirklich den Eindruck bekommen, dass alle scheinbar nur wegen den Toten Hosen angereist wären. Da aber tatsächlich nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch neugierige Festivalbesucher da sind, finden sich im Publikum alle Zonen, die sich ein Fan wünschen kann: Menschentrauben, in denen alle dicht gedrängt stehen, Stellen, an denen nur dem Pogo gefrönt wird, Chöre die mitgrölen, und so weiter. Ein solch buntes Publikum findet man bei Konzerten selten. Und da sich die Hosen bei Festival-Konzerten ja auch besonders anstrengen, kann man sicher sein, auf seine Kosten zu kommen (wenngleich die Kosten für Festivals in letzter Zeit zu explodieren scheinen). Lediglich in der Spiellänge wird man als verwöhnter Hosen-Fan vielleicht etwas enttäuscht, aber meist ist man am Ende eines Festivals ohnehin so ausgepowert, dass man kaum noch Kraft hat, länger durchzuhalten.

Welche Erwartungen hattest Du an das „Unplugged“-Konzert?

Mit das Schönste an einem Unplugged-Konzert ist, dass man vorher überhaupt nicht weiß, was einen erwartet. Dennoch sind die Erwartungen natürlich ungeheuer hoch. Man möchte von dem Konzert begeistert werden, am liebsten noch seinen Enkeln und Urenkeln davon erzählen können, möchte auf jeden Fall eine einzigartige Erinnerung mitnehmen. Eine große Aufgabe für die Band, aber die Einzigartigkeit des Konzerts ist schon allein durch das Unplugged-Spielen gegeben. Die Location im Wiener Burgtheater mit ihrem auf den ersten Blick zu Punk-Rock unpassenden, aber dann doch harmonischen Flair und ihrer genialen Akustik tat dazu ihr Übriges. Zu Beginn des Konzerts war man dann aber doch etwas geschockt, denn die Unplugged-Versionen sind doch etwas gewöhnungsbedürftig, und ein Konzert im Sitzen war auch eine neue Erfahrung. Man gewöhnte sich dann aber schnell an die Situation und schon bald hielt es ohnehin niemanden mehr auf den Sitzen. Meiner Meinung nach war die Stimmung bei „All die ganzen Jahre“ und „Helden und Diebe“ am Besten,
vielleicht ein Grund warum sie nicht mit auf der CD waren? Jedenfalls wurde da eifrig mitgesungen! Das Konzert hat sich auf jeden Fall gelohnt, betrachtet man den niedrigen Eintrittspreis, war es ohnehin ein Muss! Und auch wenn ich mich allein auf den Weg nach Wien gemacht habe, nirgends lernt man schneller Leute kennen als vor einem Hosen-Konzert.