Stand: 01.02.2012
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Tatsächlich wissen wir nicht, wann wir das nächste Album veröffentlichen. Wir legen da keinen Termin fest, sondern bringen es raus, wenn wir meinen, dass es fertig ist und das hergibt, was wir uns vorstellen. Wenn man an einem neuen Album arbeitet, hat man eigentlich immer den Ansatz, das beste Album überhaupt zu machen. Ob das am Ende dann hinhaut, ist immer eine andere Frage. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, uns soviel Zeit zu nehmen, wie wir brauchen, um auch genügend Songs zur Auswahl zu haben. Meistens ist es nämlich so, je mehr Stücke man zur Auswahl hat, desto besser wird die Platte am Ende. Angefangen an neuen Stücken zu arbeiten, haben wir, nachdem wir in Argentinien waren, und das auch bis jetzt zu den Festivals und der Tour, die ansteht, fortgesetzt. Wir konnten auch schon einige Songs sammeln, aber wie gesagt, wir wollen diesmal wirklich ausführlich daran arbeiten und uns auch selber eine gewisse Zeit geben, damit alles so läuft, wie wir uns das vorstellen - hoffentlich.
Das ist richtig. Auf dem Album „Kauf MICH!“ gab es einen so genannten „Hidden Track“. Der ist inzwischen aber auch ganz normal auf der Jubiläumsedition von „Kauf Mich“ enthalten, also nicht mehr versteckt, und heißt „Der letzte Tag“. Den kann man sich auch im Netz zum Beispiel im „iTunes Store“ oder bei „amazon“ runterladen, das ist inzwischen kein Problem mehr. Zu der Zeit, als „Kauf MICH!“ erschien, war das etwas, das man gerne gemacht hat, einen „Hidden Track“ hinter dem eigentlich letzten Stück des Albums zu platzieren, der dann erst nach einer Zeit zu spielen anfängt. Das war dann echt überraschend. Oft hat man vergessen, dass die CD noch läuft, machte irgendwas und auf einmal kam noch ein Stück - ich fand das immer ganz lustig, insofern haben wir das auch einmal gemacht. Natürlich versteckt man den Song dann schon ein bisschen und sollte nicht unbedingt den absoluten Hit dafür nehmen. Das ist inzwischen auch etwas aus der Mode gekommen und in Vergessenheit geraten. Früher gab es das, wie gesagt, viel häufiger. Ich glaube, das liegt auch daran, dass heutzutage Stücke oder Platten anders gehört und wahrgenommen werden. Das gab es auch in Zeiten von Vinyl, in skurrilen Formen teilweise. Ich kann mich erinnern, dass Campino damals die erste Johnny-Moped-LP hatte, CDs gab es da noch nicht. Wir haben uns immer die Sachen gegenseitig vorgespielt, die einer neu hatte. Er kam also mit der Scheibe zu mir nach Hause, wir legten die Platte auf und dort kam dann ein Stück, das Campino gar nicht kannte, obwohl er die Platte schon gehört hatte, und meinte, mein Plattenspieler sei kaputt, was wäre denn da los, das sei nun wirklich nicht das Stück und da stimme etwas nicht! Wir haben dann das Album auf dem Plattenspieler meines Bruders angehört und da war alles in Ordnung, da lief das Stück einwandfrei. Als wir es dann bei mir erneut versuchten, lief wieder ein anderes Stück. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir darauf gekommen sind, dass Johnny Moped in das erste Stück sozusagen zwei Stücke gepresst hat, und je nachdem, wo die Nadel aufsetzte, wurde das eine oder das andere Lied abgespielt. Der versteckte Song hieß „Mystery Track“. Wie gesagt, das gab es damals schon, schöne Spielchen, die teilweise echt für Verwirrung gesorgt haben.
Zu der Zeit, als wir „Bonnie & Clyde“ als Single veröffentlicht haben, war sehr schnell klar, dass das in der Form nicht im Radio gespielt werden würde - das war einfach zu der Zeit so. Ich weiß nicht, wie das heute gehandhabt wird. Ich glaube, das ist ein bisschen lockerer geworden. Damals war aber definitiv klar, dass wir mit der Zeile „Wir schießen 2-3-4-5 Bullen um...“ nicht im Radio laufen würden. Jetzt hatten wir die Möglichkeit zu sagen, ist uns egal, dann wird die Single halt nicht im Radio gespielt. Wir fanden aber in diesem Fall die Variante, daraus „2-3-4-5 Kühe“ zu machen, wirklich lustig und jeder, der ein bisschen was auf dem Kasten hat, kann, glaube ich, sehr schnell assoziieren, was wir damit meinten. Wenn wir das jetzt mit einem Piepston versehen hätten, was auch gerne mal gemacht wurde, wäre das ein bisschen blöd gewesen, dann hätten wir uns wahrscheinlich anders entschieden. Aber diese Variante fand ich dann lustig und konnte lachen, wenn’s so im Radio gelaufen ist.
Nein, noch nicht mal von denen, die wir öfter spielen. Also das passiert, das wir daneben hauen, das ich den falschen Ton spiele, das gehört einfach dazu, gerade bei den Stücken, die wir vielleicht öfter spielen. Ganz exotische oder alte Lieder, die wir extrem lange nicht mehr gespielt haben, müssen wir uns tatsächlich vorher anhören. Dann gibt es wiederum auch Lieder, die hat Vom noch nie gespielt, weil er zu dem Zeitpunkt noch gar nicht in der Band war, die müssen wir dann schon von Grund auf erarbeiten. Manche Sachen fallen einem natürlich dann beim Spielen wieder ein. Das dauert nicht ewig, aber man sollte sich schon einmal vorher damit beschäftigen. Bei den Texten ist es ähnlich, Campino ist dafür bekannt, dass er ab und zu auch mal eine Zeile vergisst. Ich finde das aber überhaupt nicht schlimm - in letzter Zeit ist er eigentlich sehr textsicher. Manchmal kommen da auch lustige Sachen bei raus, wenn er einfach einen anderen Text einbaut. Das muss bei uns nicht absolut perfekt sein, so ist es nun mal. Und wenn es immer gleich alles so auf den Punkt ist, wäre es vielleicht gar nicht so „charming“, wie man so schön sagt. Natürlich versuchen wir es immer so gut wie möglich zu spielen, aber es gelingt nicht immer.
Bei der Entstehung der CDs hören wir diese Lieder hundertfach, d. h., wenn so eine CD fertig gestellt ist, lasse ich diese eigentlich erstmal eine Weile liegen, und höre sie jetzt nicht permanent. Ich hole sie nach einiger Zeit wieder raus, um das auch mit ein bisschen Abstand zu bewerten. Es kommt schon vor, dass man dann die Sachen noch ein bisschen anders sieht. Das passiert. Und dass man dann auch Erkenntnisse daraus hat, wie man es vielleicht das nächste Mal besser machen kann. Ich höre durchaus meine Platten, aber nicht auf „heavy Rotation“. Da gibt es andere Platten, die ich öfter höre, aber ich habe kein Problem damit, ab und an unsere Alben aus dem Schrank zu holen. Es macht durchaus Spaß, mal wieder eine ganz alte Scheibe aufzulegen. Da kommen dann Erinnerungen an die Zeit hoch, als die Platte gemacht worden ist, an die Zeit, als die Lieder entstanden sind, was im Proberaum los war und was im Studio passiert ist - da laufen bestimmte Filme ab, die bei einem Anderen natürlich ganz anders sind. Da passiert vielleicht das, was er mit den Songs in Verbindung bringt oder wo er die Stücke zum ersten Mal gehört hat. Es gibt auch Musiker, die sich gar nicht mehr anhören, was sie gemacht haben. Da bin ich anders, ich hör’s mir an und finde das irgendwo auch wichtig, damit man sich selber verbessern kann.
Vorstellbar ist erstmal alles, aber das müsste schon für uns etwas sein, woran wir totalen Spaß hätten- eine Story, die wir lustig finden würden. Das gibt es zur Zeit nicht und planen wir auch gerade in keiner Form. Aber ich würde niemals nie sagen. Wenn einer eine Idee hat, ob das nun intern ist oder von außen kommt, die schon Sinn machen würde und von der wir meinen, das könnte man in einer coolen Art und Weise umsetzen, warum nicht. Ein Musical muss ja nicht immer gleich schlecht sein.