Stand: 01.02.2012
Im Mai beantwortet Kuddel Eure Fragen
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Auf der DVD „Machmalauter: Die Toten Hosen LIVE in Berlin“ sieht man im Bonusmaterial, wie viele Gitarren du dabei hast. Warum sind das so viele? Ich geb’s zu, es ist etwas übertrieben. Allerdings habe ich gerne eine Auswahl bei Konzerten dabei, und manche Gitarren eignen sich für einige Stücke einfach besser als andere. Jede von meinen Gitarren klingt etwas anders. Pro Show brauche ich ca. vier verschiedene, ich wechsele sie immer, bevor ich Gefahr laufe, dass eine Saite reißt, das heißt nach ca. acht Stücken. Da ich auch gerne mal von Show zu Show ein anderes Model spielen möchte, nehme ich eine entsprechende Auswahl mit. Ich komme aber natürlich auch mit weniger aus, wenn wir zum Beispiel nach Argentinien reisen, reichen drei völlig aus! Es kann immer mal passieren, dass eine Gitarre Schaden nimmt, Halsbruch oder ähnliches, dann wäre ich gerade als Linkshänder etwas aufgeschmissen, wenn kein Ersatz im Gepäck wäre.
Kannst du dir vorstellen, irgendwann mal Gitarrenunterricht zu geben? Klar, warum nicht! Ich habe früher auch schon Unterricht gegeben, ist aber länger her. Wenn ich jetzt unterrichten würde, würde es mir bzw. dem Schüler etwas an Kontinuität fehlen, da wir zurzeit viel proben und an neuen Stücken arbeiten. Außerdem geht’s im Herbst auf Tour nach Zentralasien und Polen. Es wäre einem Schüler gegenüber einfach nicht fair, ständig absagen zu müssen. Von daher würde ich erst als „Musiklehrer“ anfangen wenn ich absehbar über einen längeren Zeitraum keine Aktivitäten hätte. Das kann also durchaus noch ‚ne ganze Weile dauern.
Ich würde gerne den “Hosen-Sound" auf der Gitarre hinbekommen. Leider kann ich mir ENGL Amps, etc. nicht leisten. Welchen halbwegs erschwinglichen Amp und welche günstigen Effektgeräte kannst du mir empfehlen? Das kommt ein bisschen darauf an, ob du mehr zuhause für dich spielst, also in Zimmerlautstärke, oder ob du mit einer Band probst und gegen die Lautstärke des Schlagzeugs ankämpfen musst. Für zuhause erfüllen Modeling Amps, zum Beispiel der Roland Cube 15 oder 30, ihren Zweck. Wenn es dann aber lauter sein soll, empfehle ich dir als Box schon mal eine „4 12er“, da gibt es eine große Auswahl an erschwinglichen Modellen - „4 12er“ deshalb, weil die im Gegensatz zu Kombos oder „2 12ern“ mehr Druck erzeugen können. Gebrauchte sind übrigens sehr zu empfehlen, da sie an sich schon mal günstiger und „meistens“, bis auf optische Mängel, sehr langlebig sind. Beim Topteil wird es etwas schwieriger: Es gibt aber sehr gute günstige 50 oder 100 Watt Amps. Am besten einfach in ein Musikgeschäft mit großer Auswahl fahren und ausprobieren! Fast jeder Hersteller, übrigens auch ENGL, hat neben teuren „Flagschiffen" auch günstigere Modelle für fast jeden Stil im Sortiment. Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie viel du ausgeben kannst, aber grundsätzlich sind Transistor Amps viel günstiger als Röhrenamps. Auch bei Effekten gibt es sehr gute günstige Exemplare. Ich benutze prinzipiell ein tapbares Delay, einen Equalizer, um das Gitarrensignal zu boosten, einen Compressor, um das Gitarrensignal zu senken, einen Tubescreamer und ein Stimmgerät.
Kannst du dir vorstellen, auch mal selber Bands zu produzieren und an den Reglern im Studio zu sitzen? Vorstellen könnte ich mir das schon. Im Prinzip haben wir uns bis jetzt immer selber produziert, meistens waren die Songs schon fertig, bevor wir ins Studio gegangen sind, und wir hatten immer eine genaue Vorstellung von dem, was wir wollten. Schwieriger wird es dann allerdings beim Mix. Ich habe noch nie ein Hosenstück gemischt, das haben wir immer Jon oder beim letzten Album Vince überlassen. Ich habe zwar ein kleines Studio im Keller, wo ich meine Ideen aufnehme und abmische, bei einer richtigen Produktion würde ich auf einen Engineer aber nicht verzichten wollen. Wenn es also eine Band gäbe, die ich gut fände und sie mich, glaube ich schon, dass das viel Spaß machen könnte, da ein bisschen „mitzumischen“.
Wann hast du deine erste Gitarre gekauft und was war das für eine? Ich habe, glaube ich, mit 13 angefangen Gitarre zu spielen. Das war auf einer spanischen Konzertgitarre, an den Hersteller kann ich mich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern. Meine erste E-Gitarre hatte kein Label, die habe ich damals für ca. 100 $ in Montreal bekommen und damit auch die ersten ZK-Konzerte gespielt. Die erste „richtige" Gitarre war eine „Music Man Sabre II“, die habe ich 1983 in Düsseldorf gekauft.