Stand: 01.02.2012
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Ja, klar! Die Musik, die läuft, bevor es los geht, kann einiges zur Stimmung in der Halle beitragen. Wir hören ja auch die letzten Lieder vor dem Auftritt, da ist es auch für uns gut, wenn es Musik ist, die die Vorfreude noch steigert. Wahrscheinlich sind wir da noch von der Zeit geprägt, als wir mit zehn, zwölf Jahren anfingen, regelmäßig zu den Eishockey-Spielen der Düsseldorfer EG zu gehen. Da waren die letzten Lieder vor dem Spiel ein wichtiges Ritual, das die Spannung total gesteigert hat, so wünschen wir uns das auch. Meistens machen Campino und Andi ein Tape, für gewöhnlich auf den letzten Drücker in der Nacht vor dem ersten Konzert.
Nein, als wir "Lesson 1" gemacht haben, war eigentlich schon klar, dass es "Lesson 2" niemals geben würde. Die Erfahrung wäre auch nicht in derselben Form wiederholbar. Für uns war es damals total wichtig, Leute wie Joey Ramone, Jimmy Pursey von Sham 69, Captain Sensible von den Damned oder Charlie Harper von den UK Subs zu treffen und mit ihnen die für uns wichtigsten Lieder aufzunehmen. Wegen deren Musik haben wir ja selber angefangen, in Bands zu spielen. Deren Konzerte, Texte und Einstellungen waren für uns immer total wichtig, an denen haben wir uns orientiert. Deswegen war es großartig, diese ganzen Leute zu treffen und zu sehen, was das für Typen sind. Zum Teil sind Freundschaften daraus entstanden, die bis heute andauern.
Unsere normalen Veröffentlichungen sammelt, glaube ich, jeder von uns. Ich will schon alles, was wir rausbringen, einmal im Schrank haben. Auch wenn es dasselbe Album ist, aber, weil es eine Veröffentlichung in einem anderen Land war, vielleicht nur der Text auf dem Cover geringfügig anders ist. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn wir etwas auf Vinyl rausbringen, da will ich dann auch die Cd und die Vinylversion haben. Aber ob einer von uns auch alle Bootlegs hat, das wage ich mal zu bezweifeln - nach so langer Zeit ist das fast unmöglich.
Wir fanden schon immer wichtig, dass jeder, der uns sehen will, auch die Möglichkeit dazu hat, und das nicht an überhöhten Ticket-Preisen scheitert. Unser Aufwand bei Konzerten in den großen Hallen ist auch nicht geringer als der von anderen Bands, die wesentlich mehr verlangen, deswegen finde ich die Preise bei manchen Bands auch nicht gerechtfertigt. Wenn jemand zu einem Konzert fährt, vielleicht noch ein T-Shirt kaufen und ein paar Bier trinken will, kommt ja schon Einiges zusammen. Die Preise für unsere Konzerte und T-Shirts können wir ja selber bestimmen. Auf die Bierpreise in den Hallen, Cd-Preise oder den Eintritt bei Festivals haben wir natürlich keinen Einfluss.
Grundsätzlich könnte man diese Faustregel aufstellen: Je größer die Bühne und je größer das Publikum, desto genauer müssen wir uns vorher die Reihenfolge der Lieder überlegen. Wie sich das Set aufbaut, wann wir ruhigere Lieder spielen, welche Lieder von der Tonart her hintereinander passen - manche Lieder kommen auch ganz unterschiedlich an, ob wir sie mehr am Anfang oder vielleicht in einer Zugabe spielen. Gegen Ende eines Konzertes ändern wir dann öfters spontan etwas, oder schieben Lieder auf Zuruf ein. Die Zugaben überlegen wir uns, bevor wir zurück auf die Bühne gehen, je nach Stimmung oder worauf wir Lust haben. Wenn eine Tournee schon länger dauert und wir voll eingespielt sind, müssen wir uns manchmal nur ansehen, und jeder weiß, was kommt, ohne dass wir uns vorher verabredet hätten.